Ernährungsinitiative in der Schweiz mit grosser Mehrheit abgelehnt

Update vom 5. Oktober 2026

Ernährungsinitiative scheitert an der Urne

Die Schweizer Bevölkerung hat die Ernährungsinitiative bei der Abstimmung am 27. September 2026 leider deutlich abgelehnt. 72.5 Prozent stimmten gegen die Initiative, 27.5 Prozent dafür. Auch bei den Kantonen fand die Vorlage keine Mehrheit: Alle 23 Standesstimmen entfielen auf die Nein-Seite. [1] Die Stimmbeteiligung lag bei rund 47 Prozent, somit ist das Ergebnis nicht sonderlich repräsentativ.

Die Initiative wollte unter anderem einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstreben, die Produktion und den Konsum pflanzlicher Lebensmittel stärker fördern sowie Trinkwasser und natürliche Ressourcen besser schützen. Die Ziele sollten innerhalb von zehn Jahren erreicht werden. [1]

Aus Sicht von PETA bleibt eine stärker pflanzlich ausgerichtete Landwirtschaft in der Schweiz trotz des Abstimmungsergebnisses dringend notwendig. Die Produktion pflanzlicher Lebensmittel für den direkten menschlichen Verzehr trägt dazu bei, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Zahl der Tiere zu reduzieren, die für die Lebensmittelproduktion ausgebeutet werden. Eine zukunftsfähige und faire Landwirtschaft für alle ist deshalb tierfrei.

Originaltext

Abstimmung: Initiative für nachhaltigere Ernährung in der Schweiz

Am 27. September 2026 stimmt die Schweiz über die Ernährungsinitiative ab. Für Tiere, Umwelt und kommende Generationen bietet die Abstimmung die Chance, das Ernährungssystem nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten. [2]

Die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser» verfolgt mehrere Ziele: Sie will die Versorgungssicherheit stärken, die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln fördern sowie Trinkwasser, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität besser schützen. Zudem soll innerhalb von zehn Jahren erreicht werden, dass mindestens 70 Prozent der in der Schweiz konsumierten Lebensmittel im Inland produziert werden. [3]

Mehr pflanzliche Lebensmittel statt ressourcenintensiver Tierhaltung

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Initiative auf eine stärkere Förderung pflanzlicher Lebensmittel und eine geringere Ausrichtung der Landwirtschaft auf tierische Produkte. Künftig sollen mehr Lebensmittel direkt für den menschlichen Konsum angebaut werden, anstatt zahlreiche Flächen für sogenannte Futtermittel zu nutzen. [3, 4]

Aus Sicht von PETA begrüssen wir diese Entwicklung. Die Tierhaltung zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten und klimaschädlichsten Produktionssystemen unserer Zeit. Sie benötigt enorme Mengen an Land, Wasser und «Futtermitteln» und belastet Böden, Gewässer und das Klima. Gerade die zunehmenden Wetterextreme der vergangenen Jahre zeigen, wie dringend ein Umdenken erforderlich ist. [3]

Die Schweiz kann auch anders

Dass eine tier- und umweltfreundliche Landwirtschaft möglich ist, beweisen bereits heute zahlreiche Betriebe in der Schweiz.

Vegan wirtschaftende Höfe zeigen, dass Landwirtschaft ohne Ausbeutung von Tieren funktioniertund dabei Böden, Wasser und Biodiversität geschont werden.

Die Ernährungsinitiative ist deshalb ein wichtiger erster Schritt hin zu einem gerechteren Ernährungssystem. Ein System, das weniger Ressourcen verschwendet, weniger Tiere ausbeutet und besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist.

Person die Kiste mit buntem Gemüse hält
Pflanzliche Lebensmittel aus regionalem Anbau können zu einer ressourcenschonenderen Landwirtschaft beitragen.

Volksinitiative für den Wandel von einem veralteten System zu nachhaltiger, moderner Landwirtschaft

Die Gegner:innen der Initiative argumentieren, die Ziele seien zu ambitioniert oder bereits teilweise durch die bestehende Agrarpolitik abgedeckt. Dennoch würde ein Nein vor allem eines bedeuten: das Festhalten an einem System, das weiterhin auf eine intensive Tierproduktion setzt und damit zahlreiche Probleme für Tiere, Umwelt und Klima fortschreibt. [2, 3]

Für die Milliarden Tiere, die jedes Jahr in der Landwirtschaft ausgebeutet werden, bedeutet jeder Schritt hin zu einer pflanzlichen Ernährung weniger Leid. Deshalb braucht es jetzt Menschen, die bereit sind, den Tieren ihre Stimme zu geben.


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