Umweltzerstörung: 9 Gründe, warum Tierprodukte daran schuld sind

Umweltschutz beginnt auf dem Teller. Denn die Produktion und somit auch der Konsum von Fleisch, Milch, Fischfleisch und Eiern ist einer der Hauptverursacher der grössten Umweltprobleme unserer Zeit. Doch wie kommt das – und welche Auswirkungen hat die Tierwirtschaft genau? In diesem Beitrag erfahren Sie die Zusammenhänge.

1. Klimawandel

Die Tierwirtschaft ist einer der Hauptverursacher des Klimawandels. Laut offiziellen Werten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahr 2013 werden 14,5 Prozent der weltweit ausgestossenen Treibhausgase der landwirtschaftlichen Tierhaltung zugeschrieben – dies ist mehr als der gesamte Verkehrssektor. [1] Wenn die globale Tierwirtschaft weiter wächst wie bisher, verantwortet sie bis 2030 mit 49 Prozent knapp die Hälfte aller Treibhausgasemissionen. [2] Die enorme Belastung der landwirtschaftlichen Tierhaltung wird auch dadurch verdeutlicht, dass die fünf grössten Fleisch- und Milchkonzerne mehr CO2 verursachen als multinationale Ölkonzerne. [3]

Einerseits entstehen diese klimaschädlichen Emissionen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere – Stichwort Methan. In der Schweiz stammt über ein Drittel der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen von sogenannten Milchkühen. [4] Der Einsatz von Gülle als Düngemittel führt zu einem hohen Ausstoss an Lachgas und Ammoniak. Aber auch indirekt entstehen Emissionen (vorwiegend CO2) durch die Abholzung der Wälder für neue Weideflächen und die Anpflanzung von Futtermitteln – auch für die Schweizer Tierwirtschaft. Dies ist besonders tragisch vor dem Hintergrund, dass Wälder und Bäume, allen voran der Regenwald, die grüne Lunge unserer Welt sind. Pflanzen helfen unter anderem dabei, CO2 zu binden und können es in den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff (O2) umwandeln. Je mehr Regenwald für Futteranbau und Rinderweiden gerodet wird, desto weniger CO2 kann abgebaut und O2 produziert werden [5]. Die Rodungen verstärken daher auch den Klimawandel. Ein konsequenter Schritt zum Schutz des Klimas ist die Umstellung auf die vegane Lebensweise – denn mit diesem Schritt lassen sich die lebensmittelbedingten Treibhausgasemission um bis zu 73 Prozent reduzieren. [6]

2. Flächenverbrauch

Laut der FAO werden rund 30 Prozent der gesamten Erdoberfläche für die Tierhaltung genutzt. [7] Zusätzlich macht die Organisation die Umwandlung in Weideland für 80 Prozent der Verluste an Regenwald im Amazonasgebiet verantwortlich. [8] 83 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden für Weideland oder den Futtermittelanbau für die Tierwirtschaft genutzt. [6] Alleine die Schweiz importiert rund 300‘000 Tonnen Soja jährlich. Dies entspricht einer Anbaufläche, die etwa dem in der Schweiz verfügbaren Ackerland entspricht. Somit benötigen wir im Ausland eine zweite Schweiz für den Sojaanbau. 95 Prozent des Sojas, mit dem sogenannte Nutztiere in der Schweiz ernährt werden, stammen aus dem Ausland. [9] Wenn der globale Anteil an landwirtschaftlicher Fläche nicht für die Fleisch- und Milchproduktion verschwendet würde, könnte diese Fläche um mehr als 75 Prozent reduziert werden – eine Fläche, die den USA, China, der EU und Australien entspricht. [6] 

3. Artensterben

Eine Million Tierarten drohen innerhalb der nächsten Jahrzehnte auszusterben – das wäre das grösste Artenstreben seit dem Ende der Dinosaurierzeit. [10] Jeden Tag sterben etwa 150 Arten unwiderruflich aus. [11] Auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen mittlerweile über 30‘000 Arten – mehr als je zuvor. [12] Durch die Abholzung für Futtermittelanbau und Weideflächen werden artenreiche Regenwälder und die Lebensräume vieler, oftmals unentdeckter, Arten zerstört. Der durch Monokulturen geprägte Anbau von Futtermittel lässt keinen Raum für Artenvielfalt. Auch der Artenreichtum in den Weltmeeren ist durch Überfischung und Aquakulturen stark gefährdet. Neben dem Lebensraumverlust hat der Klimawandel einen grossen Einfluss auf die Artenvielfalt. So könnte die menschengemachte Erderwärmung bereits 5 Prozent aller Arten auslöschen, wenn sich die Temperatur um 2 Grad Celsius erhöht. [13] Auch hier ist die Tierwirtschaft in der Verantwortung, denn sie zählt zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Eine vegane Lebensweise trägt dazu bei, die Lebewesen auf unserem Planeten nachhaltig zu schützen. 

Nach der Geburt ihres Kalbes produzieren Kühe etwa 10 Monate lang Milch in einer Menge, die für den Landwirt wirtschaftlich ist. Damit der Milchfluss konstant hoch und damit profitabel bleibt, werden sie jedes Jahr erneut meist künstlich besamt, um ein weiteres Kalb auf die Welt zu bringen. Somit beginnt der Kreislauf von vorne.

4. Ressourcenverschwendung

Die global genutzten landwirtschaftlichen Flächen für den Futtermittelanbau oder als Weideland für die Tierwirtschaft machen 83 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus, erzeugen aber nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine. [6] Die Abholzung grosser Flächen liegt darin begründet, dass Tiere wesentlich mehr Nahrung brauchen, um Fleisch oder Milch zu «produzieren». So landen 70-75 Prozent des angebauten Sojas in den Futtertrögen der sogenannten Nutztiere oder in Aquakulturen. [14] Dies ist eine Verschwendung von Ressourcen, da die Nahrungsmittel weitaus effektiver für den direkten menschlichen Verzehr genutzt werden könnten, anstatt den Umweg über den Tiermagen zu gehen. Je mehr Fleisch, Fischfleisch, Milch und Eier konsumiert werden, desto mehr Anbauflächen müssen für Soja geschaffen und umso mehr Regenwald muss gerodet werden.

Der Konsum von Fleischalternativen, Sojadrink und Tofu hängt nicht mit der Abholzung des Regenwaldes zusammen, denn die Sojabohnen zur Herstellung von Sojaprodukten für den menschlichen Verzehr stammen vorwiegend aus Europa oder Kanada. Zusätzlich ist das für Tierfutter eingesetzte Soja häufig gentechnisch verändert. Dies trifft dank der Bio-Zertifizierung in der Regel nicht auf vegane Sojaprodukte zu.

5. Wasserverschwendung

Für die Erzeugung von tierischen Produkten werden rund 30 Prozent des weltweit genutzten Wassers verwendet. [15] Dieser hohe Verbrauch durch die Tierwirtschaft ist hauptsächlich auf den Futtermittelanbau für sogenannte Nutztiere zurückzuführen. [16] Um nur 1 Kilogramm Rindfleisch zu «produzieren», ist die unglaubliche Summe von 15’500 Litern Wasser erforderlich – eine Wassermenge, mit der man ein Jahr lang täglich duschen könnte. [17] [18] Pflanzliche Produkte benötigen im Vergleich zu ihren tierischen Pendants weitaus weniger Wasser: Die Herstellung eines 150 Gramm Rindfleischburgers erfordert beispielsweise durchschnittlich 2‘350 Liter Wasser, ein Sojaburger im Schnitt nur 158 Liter. Auch bei Milch ist der Unterschied enorm: Während für ein Liter Kuhmilch durchschnittlich rund 1‘050 Liter Wasser benötigt werden, sind es beim Sojadrink nur 297 Liter. [19] 

6. Wasserverschmutzung

Die landwirtschaftliche Tierhaltung kann zur Wasserverschmutzung beitragen – hauptsächlich durch Gülle, Pestizide und Medikamente wie Antibiotika. Um möglichst rentabel wirtschaften zu können, werden viele bestehende Tierställe weiter ausgebaut und der Tierbestand kontinuierlich aufgestockt. Somit steigt auch die Produktion von Gülle, die zu einem grossen Teil auf den Feldern entsorgt wird. Durch diese Ausbringung kann Stickstoff im Boden zurückbleiben, in Nitrat umgewandelt werden und schliesslich ins Grundwasser gelangen.

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist von einem grossen Antibiotikaeinsatz gekennzeichnet. Ein Grossteil dieser Medikamente wird von den Tieren unverändert ausgeschieden und mit der Gülle in Form von Medikamentenresten und resistenten Keimen auf landwirtschaftlichen Flächen ausgetragen. Da Kläranlagen teilweise nicht in der Lage sind, diese Verunreinigungen herauszufiltern, gelangen sie über das Sickerwasser auch ins Grundwasser. Das wiederum schränkt die Qualität und Menge des verfügbaren Trinkwassers ein und kann zu Antibiotikaresistenzen führen. In Europa sterben bereits heute über 33‘000 Menschen jährlich an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen. [20] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet diese Keime als eine der zehn Bedrohungen für die globale Gesundheit. [21]

Der Konsum von tierischen Produkten trägt somit zur Produktion von Gülle und zur Belastung von Grundwasser und Boden bei, unter anderem mit Nitrat und resistenten Keimen.

7. Bodendegradation

Die Tierwirtschaft ist für eine enorme Beanspruchung der Böden verantwortlich. Monokulturen für den Futtermittelanbau und Überweidung führen zu einer massiven Reduzierung der Bodenfruchtbarkeit und Bodenqualität. In der Folge können weniger Nahrungsmittel angebaut werden, was die künftige Ernährungssicherheit in Gefahr bringt. Der Versuch, die Bodenfruchtbarkeit durch Düngung zu erhalten, verschlimmert die Situation weiter. Obgleich Pflanzen Stickstoff, Nitrate und Phosphate benötigen, schaden diese Stoffe dem Boden, denn eine begrenzte Bodenfläche kann grosse Mengen an Dünger oder Gülle nicht problemlos aufnehmen. 

Die bio-vegane Landwirtschaft bietet eine gute Alternative zur konventionellen und biologischen Landwirtschaft, denn hier kommen viele natürliche Techniken und Methoden zum Einsatz, die Nährstoffe ganz ohne tierische Exkremente in den Boden einbringen.

8. Luftverschmutzung

Die landwirtschaftliche Tierhaltung produziert hohe Mengen an Feinstaub und anderen schädlichen Gasen und Stoffen. Beispielsweise wird Ammoniak erzeugt, das zur Bildung von Feinstaub beiträgt. Ammoniak entsteht in den Exkrementen von sogenannten Nutztieren in der Tierwirtschaft und wird in Form von Gülle ausgebracht. In Europa stammt das Umweltgift zu 90 Prozent aus der Landwirtschaft, hauptsächlich aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. [22] Die Schweiz gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten Ammoniakemissionen pro Fläche und produziert schon seit etwa 20 Jahren fast die doppelte nach der Umweltgesetzgebung zulässige Menge Ammoniak. [23] Durch den Konsum von tierischen Produkten wird diese Produktion weiterhin angetrieben. 

9. Ungerechtigkeit

Alle vorherigen Punkte lassen sich zu einem Punkt zusammenfassen: Es ist ungerecht, durch egozentrisches Verhalten Ressourcen zu verschwenden, die Umwelt zu zerstören, eine Ungleichverteilung von Nahrungsmitteln zu fördern und Tiere zu töten, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Der Konsum von tierischen Produkten steigt weltweit weiter an und sorgt damit für eine immer grösser werdende Ungerechtigkeit in allen genannten Punkten. Es ist Zeit, die Zusammenhänge zu erkennen! Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, etwas für andere Menschen, die Umwelt und nicht zuletzt für die Tiere zu tun.

WAS SIE TUN KÖNNEN

Man kann kein Umweltschützer sein und gleichzeitig Fleisch essen. Die vegane Ernährung gehört zu den effektivsten Lösungen, um den verschiedenen Facetten der Umweltzerstörung entgegenzuwirken. Indem Sie sich vegan ernähren, tragen Sie mit drei Mahlzeiten am Tag aktiv zum Umweltschutz bei – in kaum einem anderen Lebensbereich haben Veränderungen eine so positive und unmittelbare Auswirkung. PETAs kostenfreies Veganstart-Programm unterstützt Sie mit nützlichen Infos und leckeren Rezepten beim mühelosen Einstieg in ein tierleidfreies und klimafreundliches Leben.