Tiere empfinden genau wie wir Menschen Schmerz und Angst und wünschen sich ein Leben in Freiheit. In Tierversuchslaboren fristen sie ihr Dasein jedoch in kleinen Käfigen und werden in «wissenschaftlichen Experimenten» misshandelt und getötet.
Die Tiere werden in den Versuchen vergiftet, Labormitarbeiter:innen entziehen ihnen Nahrung, Wasser oder Schlaf und setzen sie enormem psychischen Stress aus. Sie werden verstrahlt, vergast, verbrannt, zwangsernährt, erhalten Elektroschocks und werden getötet. Für Medikamentenversuche werden bei den Tieren Krankheiten oder Krankheitsmerkmale ausgelöst, ihnen werden Tumore implantiert oder sie werden mit Viren infiziert. Für Chemikalientestungen werden ihnen wiederholt potenziell giftige Substanzen unter die Nahrung oder ins Trinkwasser gemischt, sie werden zwangsernährt oder müssen die Stoffe inhalieren und werden dann getötet.
Alle 62 Sekunden stirbt ein Tier in einem Schweizer Versuchslabor
Laut Tierversuchsstatistik erleiden in der Schweiz jährlich mehr als eine halbe Million Tiere diese Grausamkeiten. [1] Besonders häufig werden Mäuse und andere Kleintiere in Versuchen gequält, aber auch tausende Hunde und Katzen sowie hunderte Primaten werden in Tierversuchslaboren für Experimente missbraucht. [2]

In der Tierversuchsindustrie leiden jedoch weitaus mehr Tiere, als die offiziellen Zahlen uns glauben machen wollen. Nicht jedes gezüchtete Tier weist die von den Experimentator:innen gewünschten Merkmale hinsichtlich des Geschlechts oder Erbguts auf und ist daher nicht für die Versuche geeignet. Was mit diesen sogenannten «Überschusstieren» passiert, ob sie getötet oder zu anderen Zwecken missbraucht werden, erfasst die Statistik nicht. So zählen die Statistiken zur sogenannten Versuchstierhaltung beispielsweise 827‘000 Mäuse, der Grossteil davon gentechnisch verändert. Das sind etwa 2,5 Mal so viele Mäuse wie in der eigentlichen Tierversuchsstatistik. Im Erhebungsjahr 2018 gab das zuständige Ministerium zudem an, dass in Tierversuchen von Schweizer Versuchslaboren auch über 12‘000 ungeborene Föten von Mäusen, Ratten und Hühnern sowie Larven von Lurchen und Fischen missbraucht wurden. [3] Und das alles, obwohl Tierversuche wissenschaftlich ungenau und die Ergebnisse fast nie auf den Menschen übertragbar sind. [4]
Tierversuche sind gefährlich für den Menschen
Tierversuche werden mit hohen Summen öffentlicher Gelder finanziert, obwohl Studien längst nachgewiesen haben, dass die Ergebnisse fast nie auf den Menschen übertragbar sind. Die Reaktion einer künstlich erkrankten Maus oder Ratte unterscheidet sich massgeblich von der menschlichen Reaktion auf einen bestimmten Wirkstoff. Insgesamt fallen 95 Prozent aller neuen Medikamente in klinischen Tests an Menschen durch, obwohl sie vorher in Tierversuchen als wirksam und sicher eingestuft wurden. [5] Die mangelnde Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen ist dabei ein wichtiger Faktor. [6]
Dieser Maus wurden Tumore implantiert. © PETA USAZahlreiche Arzneimittelskandale wie die Contergan-Katastrophe untermauern die wissenschaftliche Ungenauigkeit von Tierversuchen. Die spezifischen Missbildungen, die der Contergan-Wirkstoff beim Menschen auslöst, können trotz zahlreicher Tests nur bei einzelnen Tierarten beobachtet werden – dem Neuseeland-Kaninchen und einer einzigen Affenart.
Tierversuchsfreie Methoden werden nicht genug gefördert
Es gibt zahlreiche tierversuchsfreie Methoden, die anstelle von Experimenten an Tieren angewendet werden können. Diese modernen Methoden greifen beispielsweise auf Tests und Studien mit menschlichen Zellen und Geweben, Computersimulationen oder ganzen Organsystemen im Miniformat zurück. Sie sind sogar zeitsparender und billiger als Versuche mit Tieren.
Einige tierversuchsfreie Methoden werden bereits erfolgreich eingesetzt. Doch noch immer werden weit entwickelte und vielversprechende Methoden kaum gefördert. Während Tierversuche jährlich mit 100 bis 200 Millionen Franken vom Staat unterstützt werden, werden tierleidfreie Methoden mit gerade mal 3 Millionen Franken gefördert. [7]
Tierversuche sind unmoralisch und speziesistisch
Ergebnisse aus Tierversuchen lassen sich erwiesenermassen nur schwer auf den Menschen übertragen. Dennoch halten Industrie, Politik und Forschungseinrichtungen in vielen Bereichen noch an den tierquälerischen Experimenten fest.
Genau wie Menschen empfinden auch Tiere Schmerzen und Angst. Wie wir wünschen auch sie sich ein selbstbestimmtes Leben ohne Leid. Der Missbrauch von Tieren in grausamen Experimenten ist moralisch nicht vertretbar. Indem wir andere Lebewesen einsperren, quälen und für unsere Zwecke missbrauchen, stellen wir ihre Bedürfnisse und Interessen hinter unsere zurück – ein grundlegend falsches und speziesistisches Verhalten.
Speziesismus bezeichnet eine Sichtweise, bei der sich der Mensch anderen Lebewesen überlegen fühlt und sie nach ihrem vermeintlichen Nutzen willkürlich in verschiedene Kategorien einteilt. Während unzählige Tiere in Experimenten skrupellos missbraucht oder in der industriellen Tierhaltung zu «Nutztieren» degradiert und ausgebeutet werden, teilen wir unser Zuhause mit sogenannten Haustieren, die wir liebevoll umsorgen. Dieses Verhalten entspringt einer speziesistischen Gesinnung.
Jedes einzelne Lebewesen verdient Respekt und Mitgefühl. Damit sich ein gesellschaftlicher Wandel vollziehen kann und tierfreie Forschungsmethoden verstärkt gefördert werden, muss das Thema Speziesismus ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken.
Was Sie gegen Tierversuche tun können
Tierversuche werden nicht nur für Medikamente und Chemikalien durchgeführt. Die grausamen Experimente sind häufig auch mit Produkten verbunden, bei denen man es nicht vermuten würde, wie beispielsweise Hundenahrung, Haushaltsreiniger oder Lebensmittel.
- Kaufen Sie keine Produkte, für die Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben wurden.
- Informieren Sie Freund:innen und Bekannte über das Leid der Tiere in den Versuchslaboren und bitten Sie sie, ebenfalls nur noch tierversuchsfreie Produkte zu kaufen.
- Wenn Sie an einer Universität studieren, an der Tiere zu Lehrzwecken seziert werden, lassen Sie sich vom Kurs befreien und setzen Sie sich für eine tierfreie Lehre ein.
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QUELLEN
[1] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Statistik Tierversuche. Accessed September 15, 2026. https://www.dashboard.blv.admin.ch/animals/animal-experimentation/statistics
[2] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Tierversuche 2018 in der Schweiz, Entwicklung nach Tierart. Accessed September 15, 2026. https://www.dashboard.blv.admin.ch/animals/animal-experimentation/statistics
[3] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Erläuterungen. Accessed September 15, 2026. https://web.archive.org/web/20190916140054/https://www.tv-statistik.ch/de/erlaeuterungen/
[4] Neue Züricher Zeitung (29.11.2006): Erkenntnisse aus Tierversuchen – auf den Menschen übertragbar? Accessed September 15, 2026. https://www.nzz.ch/articleEP2H1-1.79276
[5] National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS). New Therapeutic Uses. Updated November 5, 2024. Accessed September 14, 2026. https://ncats.nih.gov/research/research-activities/ntu
[6] Seyhan AA. Lost in translation: the valley of death across preclinical and clinical divide–identification of problems and overcoming obstacles. Transl Med Commun. 2019;4(18). doi:10.1186/s41231-019-0050-7
[7] Tagesanzeiger (19.03.2019): Initiative gegen Tierversuche stösst auf Kritik. Accessed September 15, 2026. https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/initiative-gegen-tierversuche-stoesst-auf-kritik/story/20204568
