Taubentötungen in Zürich sollen weitergehen: PETA erstattet Strafanzeige und fordert ein tierfreundliches Taubenmanagement

Zürich / Teufen AR, 4. Mai 2026 – Laut Medienberichten werden in der Stadt Zürich Tauben zur Populationskontrolle regelmässig von Wildhütern getötet. PETA hatte sich schriftlich an die Stadt gewandt und ein Ende dieses grausamen Vorgehens gefordert. Es solle an einem Taubenkonzept gearbeitet werden, hiess es in der Rückmeldung. Ziel sei es, die Taubenpopulation mit möglichst wenigen Tötungen zu reduzieren. Offensichtlich bleibt dies aber als Mittel der Wahl bestehen. Daraufhin hat die Tierrechtsorganisation Strafanzeige wegen des Verstosses gegen das Tierschutzgesetz gegen die Verantwortlichen des Kantons Zürich, die die Tötungen durchführen, und die, die diese in Auftrag geben, bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl erstattet.

«Taubenpopulationen durch Tötungen zu verkleinern, ist moralisch verwerflich», so Lisa Kainz, Fachreferentin bei PETA. «Die Problematik ist von uns Menschen verursacht worden, und Lösungsversuche dürfen nicht den wehrlosen Tieren zur Last fallen. Gerne beraten wir Städte, die ein tierfreundliches Taubenmanagement umsetzen wollen. Menschen, die Tauben konkret helfen möchten, können sich bei Taubenhilfen in ihrer Stadt melden.»

Die Situation der Tauben in Zürich

Zwar gibt es in Zürich bereits Taubenschläge, in denen die Tiere artgerecht versorgt und deren Eier durch Attrappen ersetzt werden, diese reichen jedoch nicht für die Populationsgrössen aus. Die Stadt benötigt nach PETAs Auffassung mehr Taubenschläge, Massnahmen wie wöchentlichen Eiertausch an wilden Brutplätzen sowie tierschutzkonforme Vergrämungen an den Stellen, an denen keine Eier getauscht werden können oder keine Tauben nisten sollen. Zudem müssen die Ursachen für den stetigen Nachzug der Tiere in die Städte bekämpft werden: Diese sind Auflässe bei Hochzeiten oder anderen Festlichkeiten, die Zucht sowie Wettflüge. Reine Verbote, die Tiere mit Nahrung zu versorgen, ohne ausreichend viele Taubenschläge einzurichten, sind aus tierethischer Sicht abzulehnen, da diese nach Erfahrung von Taubenschützenden zu kranken und verhungernden Tieren führen.

Tauben in Städten sind domestizierte Tiere

Stadttauben sind die Nachfahren von ausgesetzten «Haustauben». Früher wurden sie wegen ihres Fleisches und ihrer Eier gezüchtet. Nun werden sie häufig sich selbst überlassen und ausgesetzt, wenn ein privater Taubenschlag nicht mehr betreut wird. Das alles sind neben tierquälerischen Auflässen und dem Brieftaubensport Gründe, warum bereits seit Jahrzehnten immer wieder Tauben in den Städten stranden und sich dort durch den von Menschen angezüchteten Brutzwang bis zu achtmal im Jahr vermehren.

Nachhaltiges Populationsmanagement statt Vergrämungsmethoden

Im Gegensatz zu Wildtauben sind in der Stadt lebende Tauben die Nähe des Menschen gewohnt, brüten aufgrund ihrer Abstammung bevorzugt in felsenartigen Strukturen und suchen sich, weil sie keine andere Nahrung finden, menschliche Essensreste, die sie krank machen. Es wurde versäumt, die Population der heimatlosen Tiere durch tierschutzgerechte Mittel nachhaltig und tierleidfrei klein zu halten. Stattdessen werden sie vielerorts durch Spikes, Netze, Falken oder Klebefallen vertrieben. Dies bringt jedoch hauptsächlich den beauftragten Firmen lukrative Aufträge – denn die standorttreuen Tauben lassen sich in direkter Nachbarschaft erneut nieder, um meist kurze Zeit später wieder vergrämt zu werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Weitere Informationen:

PETA-Schweiz.ch/Themen/Tauben
PETA.de/Aktiv/Taubenhilfe