PETAs weltweite Erfolge gegen Tierversuche

Weltweit werden jährlich über 100 Millionen Lebewesen in Tierversuchen missbraucht, gequält und getötet. Diese Versuche sind nicht nur grausam und ethisch unvertretbar, sondern auch mit Risiken für den Menschen verbunden. 

PETAs internationale Partnerorganisationen engagieren sich weltweit für den Ausstieg aus Tierversuchen und den Wandel hin zu tierfreien Forschungsmethoden. 

Und die Arbeit zeigt Wirkung: Unternehmen beenden Tierversuche, Hochschulen setzen auf tierfreie Methoden und unnötige Experimente werden verhindert. 

Hier finden Sie einige von PETAs Erfolgen für die Tiere. 

Tierversuche sind immer seltener gesetzlich vorgeschrieben 

Die erfolgreiche EU-Bürgerinitiative «Save Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche» hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) und die Europäische Kommission kündigten an, eine Strategie für den Ausstieg aus gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuchen für Industriechemikalien zu erarbeiten. Erste Schritte und Massnahmen dazu sind bereits angelaufen. 

Auch das PETA Science Consortium International setzt sich dafür ein, moderne, tierversuchsfreie Methoden weltweit voranzubringen. Dafür arbeitet das Wissenschaftskonsortium eng mit Behörden, Unternehmen und Ausbildungsstätten zusammen. 

Zu den Erfolgen des PETA Science Consortiums International und der internationalen PETA-Partnerorganisationen gehören beispielsweise: 

  • 3D-Lungenmodell mit menschlichen Zellen

    Mithilfe des PETA Science Consortiums International konnte ein 3D-Lungenmodell auf Basis menschlicher Zellen entwickelt werden. Forschende können damit untersuchen, wie sich Chemikalien auf die tieferen Bereiche der menschlichen Lunge auswirken – ohne dafür Tierversuche einzusetzen. 

    Das innovative Modell könnte Zehntausenden Mäusen und Ratten belastende Inhalationstests ersparen. Für solche Versuche werden die Tiere in enge Röhren gezwängt und müssen dort über Stunden giftige Chemikalien einatmen. Teilweise wird diese Prozedur über mehrere Wochen hinweg wiederholt. 

    Beatumungsgeraet an einer Puppe
    © PETA USA / Mambu

  • Hunderte schwangere Ratten vor Chemikalientests bewahrt

    Wissenschaftler:innen des PETA Science Consortiums International (PSCI) trugen dazu bei, Hunderte Tiere vor einem belastenden Chemikalientest zu bewahren. 

    Obwohl Tierversuche nach EU-Recht nur als letztes Mittel zum Einsatz kommen dürfen, verlangte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) vom Chemieunternehmen LANXESS einen veralteten Chemikalientest. Für den Test sollten schwangere Ratten und ihre Nachkommen eingesetzt werden. 

  • PETA verhindert grausame Versuche an Ratten und Fischen

    Ende 2021 gelang es einem internationalen Team von PETA-Wissenschaftler:innen, Versuche an mindestens 505 Ratten und Fischen zu verhindern. Ein Grund dafür waren die von PETA gelieferten Belege, mit denen das Team die Notwendigkeit der geplanten Tests widerlegen konnte. 

    Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hatte gefordert, eine Substanz aus Wasch- und Reinigungsmitteln im Rahmen der REACH-Verordnung an Tieren zu testen. Die vorgesehenen Versuche an Ratten und Fischen waren jedoch gesetzlich nicht vorgeschrieben. 

  • Schweizer Gericht stoppt tödliche Tierversuche an Zebrafinken 

    Ein Schweizer Gericht untersagte geplante Versuche an 108 Zebrafinken und bewahrte die Vögel damit vor invasiven Eingriffen und der anschliessenden Tötung. Für die Experimente sollten ihnen unter anderem mehrere Löcher in den Schädel gebohrt sowie Geräte und Elektroden implantiert werden. 

    Nachdem drei Mitglieder der Kantonalen Tierversuchskommission gegen die zunächst erteilte Bewilligung vorgegangen waren, unterstützten Wissenschaftler:innen von PETA USA das Verfahren mit ihrer fachlichen Expertise. Sie legten die wissenschaftlichen Grenzen der geplanten Versuche dar und zeigten auf, welche Schäden den Vögeln drohten. Das Verwaltungsgericht untersagte die Experimente schliesslich, bevor sie beginnen konnten. 

Immer weniger Tierversuche in Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie 

Auch in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden Tiere für Versuche missbraucht. Ratten und Mäuse müssen beispielsweise bis zur Erschöpfung auf Laufbändern rennen, werden zwangsernährt oder erhalten Injektionen mit verschiedenen Substanzen. PETA setzt sich weltweit dafür ein, dass Unternehmen solche Tierversuche beenden. 

Schweizer Erfolg: Barry Callebaut beendet Tierversuche 

Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut entschied 2020 nach Gesprächen mit PETA Deutschland und PETA USA, keine Tierversuche mehr durchzuführen oder zu unterstützen, sofern diese nicht ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben sind. 

Zuvor hatte das Unternehmen zu nicht gesetzlich vorgeschriebenen Experimenten an Mäusen, Schweinen und Ratten beigetragen. Mit der neuen Regelung reihte sich Barry Callebaut in eine wachsende Zahl von Lebensmittel- und Getränkeherstellern ein, die solche Tierversuche beendet haben. 

Weitere internationale Unternehmen, die keine Tierversuche mehr durchführen 

Im Rahmen des Programms «Eat without Experiments» haben PETA USA und weitere internationale PETA-Partnerorganisationen bereits zahlreiche Unternehmen dazu bewegt, Tierversuche einzustellen. Mit ihrer Zusicherung bestätigen die Unternehmen, dass sie entsprechende Versuche weder selbst durchführen noch in Auftrag geben oder finanzieren. Dazu gehören unter anderem: 

  • Mondelēz 
  • Ritter Sport 
  • Amicelli 
  • Ferrero 
  • Unilever 
  • McCain 
  • Heineken 

Immer mehr internationale Kosmetikmarken werden tierversuchsfrei 

Immer mehr Kosmetikunternehmen weltweit entscheiden sich gegen Tierversuche und werden in PETAs offizieller Tierversuchsfreiliste geführt. Während Marken wie Catrice, Essence und Sante dort bereits seit Jahren zu finden sind, kommen kontinuierlich weitere hinzu. Zu den Marken zählen mittlerweile unter anderem: 

  • Dove 
  • Herbal Essences 
  • Taft 
  • Axe 
  • Guhl 
  • Alpine White 

Tierversuche in der Ausbildung werden weniger 

Auch in der medizinischen und universitären Ausbildung werden teilweise noch Tiere missbraucht. Doch zunehmend kommen moderne, tierfreie Methoden zum Einsatz, mit denen sich praktische Fähigkeiten und medizinisches Wissen vermitteln lassen.  

Internationale Erfolge zeigen, wie dieser Wandel voranschreitet: 

  • European Respiratory Society beendet Tierversuche: Keine Experimente an Ferkeln mehr

    Die European Respiratory Society (ERS) verzichtet in ihren medizinischen Ausbildungsprogrammen auf den Einsatz lebender Tiere. Der Entscheidung gingen Gespräche mit PETA Deutschland und PETA USA voraus. Dadurch bleiben Ferkeln invasive Eingriffe und die anschliessende Tötung im Rahmen dieser Trainings erspart. 

    Die ERS zählt mehr als 35’000 Ärzt:innen, Wissenschaftler:innen und weitere medizinische Fachpersonen aus über 160 Ländern. Mit der Umstellung setzt die europäische Fachgesellschaft ein wichtiges Zeichen für moderne, auf den Menschen ausgerichtete Ausbildungsmethoden. 

  • Bezirksregierung verhindert Übung an Schweinen

    Im Jahr 2010 plante die US-Armee auf einem Truppenübungsplatz in Deutschland ein sogenanntes «Combat Trauma Training» mit Schweinen. Den narkotisierten Tieren sollten schwere Stich- und Schnittverletzungen zugefügt werden, damit Soldat:innen und medizinisches Personal die Versorgung von Wunden üben konnten. Anschliessend sollten die Tiere getötet werden. 

    PETA Deutschland und PETA USA setzten sich bei den zuständigen Behörden gegen das Vorhaben ein und verwiesen auf bereits verfügbare tierfreie Trainingsmethoden. Der erste Genehmigungsantrag wurde daraufhin zurückgezogen. Ein später über einen anderen Dienstleister eingereichter Antrag wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt. 

  • Niederlande: Universität bewahrt kleine Säugetiere vor Wasserfallen

    Nachdem PETA Niederlande einen Hinweis von einem Whistleblower erhalten hatte, nahm die Aeres University of Applied Sciences 2021 eine Änderung an den in einem Biologieprojekt eingesetzten Wasserfallen vor: Denn zuvor konnten neben Insekten auch Mäuse und andere kleine Säugetiere hineinfallen und ertrinken. 

    Daraufhin verkleinerte die Universität die Fallen, sodass Mäuse, Eichhörnchen und andere kleine Säugetiere nicht mehr hineingeraten können. PETA Niederlande setzte sich zudem dafür ein, auch Insekten vor dem Ertrinken in den Fallen zu schützen. 

  • US-amerikanisches Kinderkrankenhaus beendet Übungen an Katzen

    Ein Kinderkrankenhaus in Cincinnati beendete 2019 nach Kontakt mit PETA USA den Einsatz von Katzen in einem jährlichen Bronchoskopie-Kurs. Rund 20 Jahre lang waren dort an Hunderten Katzen Bronchoskopie- und Intubationstechniken geübt worden. Dabei wurden den Tieren Schläuche in den Rachen eingeführt. 

    Ein Whistleblower hatte PETA USA auf die Praxis aufmerksam gemacht. Weniger als drei Wochen nach der Kontaktaufnahme teilte das Krankenhaus mit, künftig keine Tiere mehr für diesen Kurs einzusetzen. 

Weniger Tierversuche für pharmazeutische Zwecke 

Auch bei der Entwicklung und Prüfung von Produkten gibt es wichtige Fortschritte: Unternehmen und internationale PETA-Partnerorganisationen tragen dazu bei, Tierversuche durch moderne, tierfreie Methoden zu ersetzen. Einige Erfolge im Überblick: 

  • Behörden fördern humanrelevante Forschungsmethoden

    In den USA haben mehrere Behörden angekündigt, Tierversuche künftig stärker durch moderne, für den Menschen relevante Methoden zu ersetzen. Diese Entwicklung kann auch international wichtige Impulse geben und den Übergang zu einer Forschung fördern, die ohne Tiere auskommt.

  • Niederländisches Parlament spricht sich für weniger Tierversuche aus 

    Das niederländische Parlament hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der Tierversuche zu reduzieren. Dem Beschluss gingen Gespräche und Aktionen von PETA Niederlande und PETA UK voraus. Fachleute der beiden Organisationen hatten sich gegenüber politischen Entscheidungsträger:innen für tierfreie Forschungsmethoden eingesetzt. 

  • PETA unterstützt Entwicklung menschlicher Antikörper 

    Ein vom PETA  Science Consortium International finanziertes Forschungsprojekt zeigt, wie Tierversuche durch moderne Methoden ersetzt werden können. Forschenden der Technischen Universität Braunschweig gelang es, vollständig menschliche Antikörper herzustellen, die das Diphtherietoxin blockieren. Die Forschung trägt dazu bei, den Einsatz von Pferden bei der Herstellung entsprechender Behandlungsmittel zu überwinden. 

  • Pharmaunternehmen lehnt Tierversuche an Hunden ab 

    Das US-Pharmaunternehmen Vanda Pharmaceuticals weigerte sich 2019, von der US-Arzneimittelbehörde FDA geforderte Versuche an Hunden durchzuführen. Das Unternehmen verwies unter anderem auf bereits vorhandene Daten aus klinischen Studien mit Menschen und bezeichnete weitere Tierversuche als wissenschaftlich unnötig und ethisch nicht vertretbar. Zudem ging Vanda rechtlich gegen die Forderung der FDA vor. 

Unternehmen und Universitäten beenden den Forced Swim Test 

Beim sogenannten Forced Swim Test werden Mäuse, Ratten und andere kleine Tiere in Wasserbehälter gesetzt, aus denen sie nicht entkommen können. Sie sind gezwungen zu schwimmen, um sich über Wasser zu halten. PETA und ihre internationalen Partnerorganisationen setzen sich seit Jahren dafür ein, dass diese Tests nicht mehr durchgeführt werden. 

Schweizer Erfolg: Roche beendet den Forced Swim Test 

Der Basler Pharmakonzern Roche hat seit 2019 unternehmensweit den Forced Swim Test verbannt. Zuvor wurde die Methode jahrelang für Experimente mit Mäusen und Ratten eingesetzt: Zwischen 2001 und 2018 erschienen mindestens elf Publikationen von Roche, in denen Versuche mit insgesamt mehr als 800 Tieren beschrieben wurden. 

Nach Gesprächen mit PETA Schweiz, PETA Deutschland und PETA USA bestätigte Roche, den Forced Swim Test im gesamten Unternehmen nicht mehr einzusetzen.

Forced-Swim-Test, durchgeführt im Vivarium, Potchesfroom-Campus der North-West University. Quelle: Hamann M. Bio-behavioural effects of novel glutamate active compounds in a rodent model of depression. November 2015

Weitere Unternehmen 

Auch zahlreiche weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben sich vom Forced Swim Test verabschiedet, unter anderem: 

  • AbbVie 
  • AstraZeneca 
  • Bayer 
  • Boehringer Ingelheim 
  • Johnson & Johnson 
  • Pfizer 
  • Sanofi 

Moderne, tierfreie Methoden für die biomedizinische Forschung 

Das PETA Science Consortium International treibt die Entwicklung und Verbreitung tierfreier Forschungsmethoden auf verschiedenen Ebenen voran. In Workshops und Webinaren vermittelt das Wissenschaftskonsortium Forschenden, wie sich Tierversuche durch moderne, humanrelevante Methoden ersetzen lassen. 

Darüber hinaus unterstützen PETA und ihre internationalen Partnerorganisationen die Entwicklung und Finanzierung tierfreier Technologien, Trainingsmodelle und Forschungsprojekte. Dazu zählen beispielsweise: 

  • Beatmungsgerät ohne Tierversuche entwickelt 

    PETA USA unterstützte gemeinsam mit der Organisation APLAB Ingenieur:innen in Bolivien bei der Entwicklung eines Beatmungsgeräts für COVID-19-Patient:innen. Statt das Gerät wie sonst üblich an Schweinen zu erproben, kamen komplexe Modelle der menschlichen Lunge zum Einsatz. Anschliessende klinische Studien mit Menschen zeigten, dass das Gerät funktionsfähig und sicher ist.

  • TraumaMan ersetzt Tiere in chirurgischen Trainings 

    Mit Unterstützung von PETA wurden medizinischen Ausbildungsprogrammen in zahlreichen Ländern moderne TraumaMan-Simulatoren zur Verfügung gestellt. An diesen realitätsnahen Modellen des menschlichen Körpers können angehende Mediziner:innen chirurgische Eingriffe trainieren, ohne dafür Tiere einzusetzen. 

    Diese Umstellung trug dazu bei, dass entsprechende Tierversuche in Chirurgie-Kursen in 22 Ländern vollständig beendet wurden. 

  • Wissen über tierfreie Methoden weitergeben 

    Das PETA Science Consortium International vermittelt Forschenden in eigenen Webinaren und weiteren Online-Veranstaltungen Wissen über moderne, tierfreie Methoden. Wie gross das Interesse ist, zeigte unter anderem ein gemeinsam mit der US-Umweltschutzbehörde EPA und der EU-Kommission veranstaltetes Webinar: Mehr als 1’000 Personen nahmen daran teil. 

  • Gezielte Förderung: PETA Science Consortium International unterstützt Forschende

     Das PETA Science Consortium International unterstützt Nachwuchswissenschaftler:innen finanziell bei der Teilnahme an Kursen und Fachkonferenzen zu tierfreien Forschungsmethoden. So können sie ihr Wissen erweitern und eigene Forschungsarbeiten vorstellen. Allein 2025 erhielten mehr als 20 Wissenschaftler:innen eine entsprechende Förderung.

Helfen Sie mit, den Forced Swim Test zu beenden 

Der Erfolg bei Roche zeigt, dass Veränderungen möglich sind. Doch der Forced Swim Test wird weiterhin eingesetzt. 

Helfen Sie uns dabei, Druck für ein Ende dieses Tierversuchs zu machen. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition gegen den Forced Swim Test.