Tote Rehe in Werbekampagne für Wortwitz verhöhnt: PETA verleiht Negativpreis «Speziesismus des Monats» an Autoversicherung smile

Dübendorf / Teufen (AR), 15. Oktober 2026 – Eine Werbekampagne der Schweizer Versicherungsfirma smile, die auch in Österreich tätig ist, nimmt tragische Wildunfälle zum Anlass, einen Wortwitz auf Kosten von Rehen als Slogan zu verwenden. «Reh umgefahren. Halb so wild.», heisst es in der Kampagne, mit der für Kfz-Versicherungen des Unternehmens geworben wird. Aus Sicht von PETA werden Rehe dabei als blosse Objekte dargestellt, deren Tod mit einem Wortwitz bagatellisiert wird. Hierfür verleiht die Tierrechtsorganisation der Versicherungsfirma den Negativpreis «Speziesismus des Monats». Speziesismus ist die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

«Die Kampagne von smile verharmlost das Leid der unzähligen Rehe und anderen Wildtiere, die jedes Jahr im Strassenverkehr auf grausame Art ums Leben kommen», so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «Ihren Tod als vermeintliche Pointe eines Witzes zu benutzen, ist geschmacklos und hinterlässt den Eindruck, dass sie von den Verantwortlichen als reine Objekte angesehen werden. Es ist bedauerlich, dass die Texter der Werbekampagne keinen Slogan gefunden haben, der sich für Mensch und Tier einsetzt.»

In einer von PETA angefragten Stellungnahme erklärt das Unternehmen, dass sie mit dem Slogan «halb so Wild» ausschliesslich den finanziellen Schaden am Fahrzeug darstellen wollten, der durch eine Versicherung reguliert werden kann. Ausdrücklich nicht gemeint sei das Tier selbst oder das Unfallgeschehen. Man empfinde Wildunfälle ebenso als schreckliche Ereignisse. Die Werbekampagne sei nun beendet.

Hundertausende Wildtiere sterben jährlich im Schweizer Strassenverkehr

Unter den grösseren Tierarten fallen Rehe am häufigsten Wildunfällen zum Opfer. Im Jahr 2025 waren es 7651 Tiere. [1] Auf Schweizer Strassen sterben jedes Jahr schätzungsweise Hunderttausende weitere Wildtiere bei Wildunfällen, beispielsweise über 6000 Füchse im vergangenen Jahr. Besonders häufig sind Kleintiere wie Igel, Marder, Kaninchen, Vögel oder Kröten betroffen, von denen viele statistisch nicht erfasst werden.

Inmitten von Kulturlandschaften, Strassen und eng bebauten Siedlungsbereichen wird der Lebensraum für Wildtiere immer knapper. Dort, wo einst Rast- und Nahrungsgebiete waren, gibt es heute kaum noch Platz. Insbesondere die auf Profitmaximierung ausgerichtete industrielle Land- und Forstwirtschaft sorgt für einen Lebensraumschwund der Wildtiere. Tierarten, die versuchen, in Koexistenz mit dem Menschen zu überleben, werden vertrieben, gejagt oder zu sogenannten Schädlingen degradiert. Wildtiere brauchen dringend mehr unberührten Lebensraum – in Form von jagdfreien Naturschutzgebieten und Nationalparks – und Querungshilfen (Grünbrücken), damit ihre Habitate besser vernetzt sind.

PETAs Negativpreis «Speziesismus des Monats»

PETA zeichnet Personen, Unternehmen oder Produkte mit dem Negativpreis «Speziesismus des Monats» aus, die sich als besonders speziesistisch und tierfeindlich gezeigt haben. Mit dem Preis möchte PETA die Gesellschaft für das Thema Speziesismus sensibilisieren und zum kritischen Reflektieren, Umdenken und tierfreundlichen Handeln anregen. Denn speziesistisches Denken schafft die Grundlage dafür, dass Tiere für menschliche Zwecke wie selbstverständlich benutzt, gequält und getötet werden.

Speziesismus – die Diskriminierung anderer Arten

Speziesismus beschreibt die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Speziesismus betrifft aber auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

[1] Schweizer Bundesamt für Umwelt: Jagdstatistik. Reh, 2016 bis 2025. Online abrufbar unter: https://www.jagdstatistik.ch/de/statistics?tt=0&dt=0&at=0&st=0&dp=0&ar=CH&th=9&yr%5Bfrom%5D=2016&yr%5Bto%5D=2025&sp=2. (08.10.2026).

PETA verleiht ihren Negativpreis «Speziesismus des Monats» an smile Autoversicherungen. / © PETA Deutschland e.V.

Das Motiv steht hier zum Download bereit.

Weitere Informationen:
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