Basel / Teufen (AR), 1. Juni 2026 – Ab Mittwoch tagt der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) in Basel. Die Zoos und Tierparks des Verbands geben vor, einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Dabei sind dort nicht nur verhaltensgestörte Tiere und ihre artwidrigen Lebensbedingungen in beengten Gehegen Alltag – auch sogenannte «Überschuss-Tötungen» sind gängige Praxis. Aus diesem Anlass protestiert PETA am Mittwoch ab 11:15 Uhr vor dem Eingang des Zoo Basel. Zwei Aktive mit Elefanten- und Schimpansenmasken tragen Ketten um den Hals. Mit Schildern machen sie darauf aufmerksam: «Artgerecht ist nur die Freiheit».
Details zur Aktion:
Datum: Mittwoch, 3. Juni 2026
Uhrzeit: 11:15 bis 12 Uhr
Ort: vor dem Eingang des Zoo Basel, Binningerstrasse 40, 4054 Basel
Demoaufbau: Zwei Aktive in Sträflingskostümen tragen Elefanten- und Schimpansenmasken sowie Ketten um den Hals.
Kontakt vor Ort: Ayshea Kelly (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)
«Hinter den Kulissen der Zoos spielt sich alltäglich Tierleid ab: Eingesperrt auf engstem Raum, ihrer Freiheit beraubt und psychisch gebrochen fristen unzählige Tiere ein trauriges Dasein. Als Besuchermagneten gezüchtete, fühlende Lebewesen werden teils als ‹Überschuss› getötet, sobald sie wirtschaftlich unbequem werden», so Ayshea Kelly, Aktionskoordinatorin bei PETA. «Wer echten Artenschutz betreiben will, darf Tiere nicht wie Wegwerfware behandeln. Zoogefängnisse müssen ein für alle Mal geschlossen werden.»
PETA plädiert dafür, die Millionen an Steuergeldern, die Zoos jährlich erhalten, für den Schutz der natürlichen Lebensräume der Tiere zu verwenden. Nur so können gefährdete Arten effektiv geschützt werden.
Lebewesen gezüchtet, vermarktet und anschliessend als «Überschuss» getötet
Zoologische Einrichtungen zwingen Tiere aus Profitgründen immer wieder zur Fortpflanzung. Nicht wenige der Nachkommen werden, oftmals unbemerkt von der Öffentlichkeit, später als «Überschusstiere» getötet oder abgegeben. Auch die Mitgliedszoos des VdZ erregten in den vergangenen Jahren deswegen Aufmerksamkeit, wie beispielsweise der Zoo Zürich: Im März 2026 tötete die Einrichtung zehn gesunde Dscheladas, auch Blutbrustpaviane genannt – aus «Platzmangel». Auch der Tiergarten Nürnberg tötete im Juli 2025 zwölf Guinea-Paviane, weil das Gehege für die dort gehaltenen Tiere zu klein sei. PETA erstattete in beiden Fällen Strafanzeige.
Im Januar 2025 wurden im Zoo Leipzig vier Moorantilopen – eine stark bedrohte Art – aufgrund von Platzmangel getötet. [1] Auch der Zebrahengst Franz wurde 2023 im Leipziger Zoo erschossen, weil nicht mehr mit ihm gezüchtet werden sollte. [2] Im Februar 2023 verkündete der Heidelberger Zoo in einer Pressemitteilung, dass die dortige Haltung von Grossen Kudus beendet wird: «Mitte Februar hat das letzte Mitglied der Grossen-Kudu-Herde den Zoo verlassen.» Wie sich später herausstellte, war dies ein Euphemismus für die Tötung des Kudu-Bocks. Nachdem eine Besucherin seine Leiche sah, gaben die Verantwortlichen zu, ihn getötet und den Löwen und Tigern zum Verzehr gegeben zu haben. [2]
Nach Angaben des Tiergarten Nürnberg nimmt dieser jährlich bis zu 60 gesunden Tieren das Leben. In den vergangenen Jahren wurden dort wiederholt Tiere gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Arten getötet, beispielsweise Prinz-Alfred-Hirsche, Mähnenspringer und Mendesantilopen. Darüber hinaus «entledigen» sich VdZ-Zoos der für sie «überschüssigen» Tiere, ohne sie direkt umzubringen: So hat beispielsweise der Augsburger Zoo zwei männliche Paviane an das Deutsche Primatenzentrum, ein Forschungsinstitut in Göttingen, abgegeben.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
[1] Leipziger Zoo lässt vier Antilopen erschiessen – und verfüttert sie nun. Online abrufbar unter: https://www.stern.de/panorama/wissen/natur/leipziger-zoo-laesst-vier-antilopen-erschiessen—und-verfuettert-sie-35393314.html. (01.06.2026).
[2] Johannes Proft (2023): Erschossen, weil Zoo sein Sperma nicht mehr brauchte. Online abrufbar unter: https://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig-news/leipzig-darum-wurde-er-supersex-hengst-an-die-loewen-im-zoo-verfuettert-84040940.bild.html. (01.06.2026).
[3] Sarah Hinney (2023): Der Kudu-Bock wurde an die Löwen verfüttert. Online abrufbar unter: https://www.rnz.de/region/heidelberg_artikel,-_arid,1066011.html. (01.06.2026).

Ähnliche Aktion von PETA Deutschland vor dem Allwetterzoo in Münster 2023. / © PETA
Das Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.de/Themen/Zoo
Pressekontakt:
PETA Schweiz
