Schimpansen-Baby im Walter Zoo geboren: PETA kritisiert Menschenaffen-Gefangenhaltung und fordert Zuchtstopp

Gossau / Teufen (AR), 3. Februar 2026 – In lebenslange Haft geboren: Wie der Walter Zoo in Gossau bekannt gab, wurde dort bereits am 13. Januar 2026 ein Schimpanse geboren. Aus PETAs Sicht ist die Geburt jedoch kein Grund zur Freude: Der Schimpansenjunge wird nun ebenso wie seine Eltern gezwungen, sein gesamtes Leben unter artwidrigen Bedingungen in Gefangenschaft zu verbringen. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die Gefangenhaltung von Menschenaffen in Zoos mit der lebenslangen Inhaftierung eines Menschen vergleichbar ist. Infolgedessen und wegen der meist mangelhaften Haltungsbedingungen kommt es bei den Tieren immer wieder zu plötzlichen Todesfällen, Verhaltensstörungen und anderen Krankheiten. PETA fordert die Verantwortlichen des Zoos auf, die Zucht zu beenden und die Menschenaffenhaltung auslaufen zu lassen.

«Der Schimpansen-Nachwuchs im Gossauer Zoo leistet keinen Beitrag zum Artenschutz – die Tierkinder werden lediglich als neue Publikumsmagnete missbraucht, mit denen die Kassen weiter klingeln sollen», so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für die Tiere in der Unterhaltungsindustrie. «Das Einsperren unserer nächsten Verwandten ist Tierquälerei. Die Zucht muss deshalb schnellstmöglich beendet werden.»

Tierkinder als Besuchermagnete missbraucht

Mit Artenschutz haben die ständigen Zuchtbemühungen der Zoos PETAs Ansicht nach wenig zu tun:
die «Europäischen Erhaltungszuchtprogramme» (EEP) wurden ins Leben gerufen, um die Zucht von Menschenaffen für die Zurschaustellung in Gefangenschaft zu koordinieren, nachdem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den Import aus dem Freiland untersagte. Da die Zoohaltung nichts mit der natürlichen Umgebung frei lebender Menschenaffenfamilien zu tun hat, verstossen Menschenaffen-Mütter in Gefangenschaft immer wieder ihre Babys. Zudem können Schweizer Zoos keine Auswilderungen bei Menschenaffen vorweisen – in Gefangenschaft haben die Tiere nahezu keine Möglichkeit, Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind, zu erlernen.

Die Bedürfnisse von Menschenaffen sind so komplex, dass ihnen kein Zoo einen artgerechten Lebensraum bieten kann. Studien zufolge leiden die Tiere in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen. [2] 
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.


[1] Kaumanns, W. et al. (2004). Menschenaffen in Menschenhand – Langzeitentwicklung europäischer Menschenaffenpopulationen, Der Zoologische Garten N.F. 74, 4-5, S. 217-228
[2] Birkett, L.P. & Newton-Fisher, N.E. (2011): How Abnormal Is the Behaviour of Captive, Zoo-Living Chimpanzees? PLoS ONE 6(6): e20101. doi:10.1371/journal.pone.0020101.

 
Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch/Themen/Zoo