Mollis / Teufen (AR), 28. August 2025 – Tiere sind keine Gewinne: Von Freitag bis Sonntag findet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) Glarnerland+ in Mollis statt. Bei der Veranstaltung werden mehrfach Rinder und Pferde vorgeführt – als sogenannte «Lebendpreise». Laut einer anonymen Meldung muss der Stier «Zibu», der als «erster Preis» angeboten wird, bereits seit mindestens einer Woche in einer kleinen Box ausharren – ohne Möglichkeit, den Besuchenden der Veranstaltung ausweichen zu können. Um Zibu gefügig zu machen, wurde ihm ein Ring durch seine empfindliche Nasenwand gestossen. PETA kritisiert das Fest scharf und fordert ein Ende der «Lebendpreise». Stattdessen könnten Ausflüge zu schönen Plätzen vergeben werden, von denen es in der Schweiz zuhauf gibt. Denn Tiere sind nach Ansicht der Tierrechtsorganisation keine Ware, die als Gewinne verscherbelt werden können, sondern fühlende Individuen. Für die sensiblen Lebewesen bedeuten die Besuchermassen und die Geräuschkulisse zudem immensen Stress.
«Rinder und Pferde haben eine individuelle Persönlichkeit und arteigene Bedürfnisse. Es ist eine Schande, dass sie beim ESAF eingesperrt, vorgeführt und als Preise angeboten werden», so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. «Menschen können an Traditionen festhalten, aber Tiere dürfen dabei keine Rolle spielen – weder auf dem Teller noch als ‹Lebendpreise›.»
Tierquälerei unter dem Deckmantel der Tradition
Nicht nur für ihr Fleisch und ihre Milch – noch immer werden zahlreiche Tiere im Rahmen verschiedener Traditionen gequält oder getötet. Auch in der Schweiz werden Rinder zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet. Mehrmals pro Jahr finden beispielsweise die sogenannten Eringer-Kuhkämpfe statt, bei denen Menschen die Kühe in Kämpfen gegeneinander antreten lassen. Die Herdentiere werden teilweise jahrelang gezielt auf die Kämpfe getrimmt. Viele Rinder müssen dabei Kuhglocken tragen. Einer Studie der ETH Zürich zufolge stellen Kuhglocken aufgrund des ausgezeichneten Hörvermögens von Rindern einen Stressfaktor dar. [1]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.
[1] Julia Johns, Antonia Patt, Edna Hillmann: Do Bells Affect Behaviour and Heart Rate Variability in Grazing Dairy Cows? Online aufrufbar unter: https://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0131632&type=printable (26.08.2025).

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Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch/Themen/Fleisch
PETA-Schweiz.ch/Themen/Rindermast
PETA-Schweiz.ch/Themen/Unterhaltung
