Mollis / Teufen (AR), 27. Januar 2026 – Die Pläne für den Bau der «grössten Lachsfarm in der Schweiz» werden konkreter. Am Walensee in der Gemeinde Glarus bei Mollis möchte die Firma Swiss Blue Salmon AG bis 2029 eine 180 Millionen Franken (rund 193 Millionen Euro) teure Mega-Lachsfarm aufbauen. Bis zu 4000 Tonnen Lachs-«Produkte» pro Jahr, also mehr als eine Million Tiere jährlich, sollen dort gezüchtet, gemästet und getötet werden. Da dies aus PETAs Sicht sowohl ethisch als auch ökologisch nicht vertretbar ist, hat sich die Tierrechtsorganisation Mitte Januar an das Bau- und Umweltamt in der Gemeinde Glarus Nord sowie an das Departement Bau und Umwelt im Kanton Glarus gewandt. PETA fordert, den Bau nicht zu genehmigen.
«Lachse können über Tausende von Kilometern an ihren Geburtsort zurückfinden. Die Wanderfische haben einen unglaublichen Geruchssinn und orientieren sich dabei auch am Erdmagnetfeld. Sie in enge, kahle Becken zu sperren, um aus ihnen später Filets zu machen, ist Tierquälerei», so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, PETAs Fachreferentin für Fische. «Zudem würde die Fütterung der Lachse die Überfischung in den Ozeanen vorantreiben, und auch aus ökologischer Sicht wäre sie eine massive Bedrohung für den See und seine Bewohner. Das Bau- und Umweltamt muss nun verantwortlich handeln und dem Projekt eine Absage erteilen.»
Geplante Lachszuchtanlage verstösst gegen das Tierschutzgesetz
Sollte es zum Betrieb der Lachszuchtanlage kommen, rechnet PETA mit massiven Verstössen gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen. Den Vorgaben des Schweizer Tierschutzgesetzes zufolge müssen Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden, angemessen gepflegt und ernährt werden, dürfen in ihrer Bewegungsfreiheit nicht unnötig eingeschränkt und müssen vor Schmerzen, Leiden, Schäden und Angst geschützt werden.
Der Atlantische Lachs ist ein anadromer Wanderfisch, der aus dem Meer teils mehr als 5000 Kilometer zurücklegt, um sich an seinem Geburtsort im Fluss oder Bach fortzupflanzen. Ein Leben in engen Becken ist artwidrig. Studien zeigen, dass Lachse in Gefangenschaft depressiv und krank werden. [1] Fast jeder zweite Lachs verliert auf Zuchtfarmen durch deformierte Ohrknochen seinen Gehörsinn, und zahlreiche Tiere weisen durch erhöhte Wassertemperaturen und künstliches Licht Verformungen an der Wirbelsäule auf. [2] [3]
In Anbetracht der gravierenden negativen Auswirkungen der geplanten Aquakulturanlage appelliert PETA an die Behörden, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen und stattdessen die Produktion von veganem Lachsfleisch zu unterstützen.
[1] Vindas, M. A., Johansen, I. B., Folkedal, O., Höglund, E., Gorissen, M., Flik, G., Kristiansen, T. S., & Øverli, Ø. (2016). Brain serotonergic activation in growth-stunted farmed salmon: adaption versus pathology. Royal Society Open Science, 3(5), [160030]. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1098/rsos.160030. (26.01.2026).
[2] Reimer, T., Dempster, T., Warren-Myers, F. et al. (2016): High prevalence of vaterite in sagittal otoliths causes hearing impairment in farmed fish. Sci Rep6, 25249. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1038/srep25249. (26.01.2026).
[3] Fjelldal P.G., Hansen T., Breck O., Ørnsrud R., Lock E.J., Waagbø R., Wargelius A. & Witten E.P. (2012): Vertebral deformities in farmed Atlantic salmon (Salmo salar L.) – etiology and pathology. In: Journal of Applied Ichthyology 28, 433-440. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1111/j.1439-0426.2012.01980.x. (26.01.2026).
