Luchs im Kanton Freiburg illegal getötet: PETA bietet 1.000 Schweizer Franken Belohnung für Hinweise

La Roche / Teufen (AR), 30. Oktober 2025 – Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Amtes für Wald Natur des Kantons Freiburg wurde am 17. Oktober in La Roche ein toter Luchs gefunden. Eine Autopsie des Tieres ergab, dass der Luchs etwa sieben bis neun Wochen vor Auffinden des Leichnams illegal getötet wurde. Es handelt sich um ein etwa acht Jahre altes, weibliches Tier, das vermutlich dieses Jahr ein oder mehr Kinder geboren hat. Die Luchskinder haben ohne sie nur geringe Überlebenschancen. Das Amt für Wald und Natur nimmt unter der Nummer +41 26 305 23 43 Hinweise entgegen.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Schweizer Franken für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Menschen, die etwas beobachtet oder anderweitige Hinweise haben, werden gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter +41 71 588 03 84 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

«Die Tötung eines Luchses ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach dem Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel», so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «In Jagdkreisen werden Luchse teils als Jagdkonkurrenten betrachtet. Wir fordern, dass Jagdverbände entschieden gegen Vorurteile gegen bestimmte Tierarten in den eigenen Reihen vorgehen und mehr Aufklärungsarbeit leisten. Luchse, Füchse oder Wölfe gehören zu einem gesunden Ökosystem dazu und müssen auch in der Schweiz in Frieden leben können.»

Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Bei der Hobbyjagd kommt es zudem immer wieder zu schweren Jagdunfällen, bei denen auch Menschen verletzt oder sogar getötet werden. Die Jagd ist nach Auffassung von PETA unnötig, kontraproduktiv und grausam.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.


[1] Reichholf, J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation SWR BW. Abgerufen am 15.05.2014.
[2] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK? Springer-Verlag 2005.

Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch/Themen/Jagd
PETA-Schweiz.ch/Themen/Jagdirrtümer