Teufen AR, 12. November 2025 – Getümmel vor dem Küchenfenster: Wenn es kälter wird, ziehen Vogelarten wie Kuckuck oder Nachtigall zum Überwintern in den Süden. Andere Arten wie Amsel, Meise und Sperling finden sich in heimischen Gärten ein, um nach Essbarem zu suchen. Doch in der kargen Winterlandschaft ist Nahrung rar. Ein naturnaher Garten und ergänzende Nahrungsstationen helfen Vögeln im Winter, genügend zu essen zu finden. Ausserdem lassen sich die flinken Besucher dort gut beobachten. Insbesondere Kinder haben Spass daran, den Tieren vom Fenster aus bei der Nahrungssuche zuzuschauen. Wie sich ein Garten vogelfreundlich gestalten lässt und mit welchen Lebensmitteln den Tieren durch die kalte Jahreszeit geholfen werden kann, verrät Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei der Tierrechtsorganisation PETA.
«Durch den Rückgang natürlicher Lebensräume und den Einsatz von Pestiziden wird das Nahrungsangebot für heimische Vogelarten stark eingeschränkt – mit teils dramatischen Folgen», so Dr. Yvonne Würz. «Doch schon mit wenigen gezielten Massnahmen lässt sich das Umfeld im eigenen Garten so gestalten, dass Vögel wieder bessere Lebensbedingungen vorfinden.»
Fünf Gestaltungstipps für einen vogelfreundlichen Garten:
- Natürliches Grün: Sträucher und Büsche bieten Vögeln Unterschlupf und Nahrung. Die Eberesche, auch Vogelbeere genannt, sollte in einem vogelfreundlichen Garten nicht fehlen.
- Tierfreundliche Gartenpflege: Bei der Düngung des Gartens sollte unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgegriffen werden. Chemische Mittel, die Insekten töten, schaden in der Folge auch den Vögeln.
- Nachsichtigkeit bei Aufräumarbeiten: In Totholz und anderen abgestorbenen Pflanzenteilen überwintern Insekten, die vielen Vögeln als Nahrung dienen. Zudem tragen verblühte Blumen und Stauden immer noch wertvolle Samen und sollten daher nicht komplett zurückgeschnitten werden.
- Nahrungsstation oder -häuschen: Der Platz, an dem die Vögel essen, sollte für sie gut überschaubar sein und eine Rundumsicht zulassen. Nahe gelegene Versteckmöglichkeiten wie Büsche oder Sträucher sind dabei sehr wichtig, damit sich die Tiere bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können.
- Wasserstellen: Ein Schälchen mit Trinkwasser sollte den Vögeln auch im Winter zur Verfügung gestellt und regelmässig gereinigt werden. Den Wasserplatz bitte so einrichten, dass Katzen oder Marder die Vögel beim Trinken nicht erreichen können.
Nicht alle Vögel haben denselben Geschmack. Das richtige Nahrungsangebot:
- Körner und Samen für Körneresser wie Fink und Sperling: Sonnenblumenkerne und Hanfsamen eignen sich besonders gut.
- Haferflocken und getrocknete Beeren oder Obst für Weichkostesser wie Amsel und Rotkehlchen: Einige Vogelarten ernähren sich überwiegend von Insekten und Beeren, essen im Winter aber auch feine Samen. Wichtig: Enthalten die Mischungen Rosinen, dürfen Hunde und Katzen keinen Zugang dazu haben – Rosinen sind für sie giftig.
- Mehrere Nahrungsstellen: Für Weichkost ist ein ebenerdiger Ort an einer geschützten Stelle zu bevorzugen, da Amsel und Co. überwiegend am Boden auf Nahrungssuche gehen. Körneresser bevorzugen in der Luft hängende Häuschen oder -spender.
- Essplätze trocken und sauber halten: Damit die Nahrung nicht verderben kann, sollte sie vor Nässe geschützt sein und regelmässig erneuert werden. Aus hygienischen Gründen sollten Häuschen mit Nahrung regelmässig mit heissem Wasser gereinigt werden.
- Brot und andere Speisereste sollten nicht angeboten werden, da Gewürze und Salz schädlich für die Tiere sind. Im Fachgeschäft können hochwertige Körner- oder Weichkostmischungen mit verschiedenen Leckereien erworben werden.
- Vorsicht bei Meisenknödeln in Netzen: Im Handel erhältliche Meisenknödel enthalten oft Tierfette, die aus tierquälerischer Haltung stammen. Die Kunststoffnetze können ausserdem lebensgefährlich für Vögel und andere Wildtiere werden und belasten zudem die Natur.
- Wasservögel wie Enten und Schwäne finden im Winter in der Regel genügend Nahrung. Sie sollten niemals mit Brot gefüttert werden, weil dies ihrer Gesundheit und der Gewässerqualität schadet. In vielen Städten ist das Füttern daher bereits verboten.
PETA wünscht viel Freude bei der Vogelbeobachtung!
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
