Termineinladung nach internationaler Aufdeckung: «Wolle für die Tonne» – PETA protestiert in Basel gegen leeres Tierwohl-Versprechen beim Moderiesen H&M
Basel / Teufen (AR), 29. Mai 2026 – Um auf das Tierleid hinter Wolle aufmerksam zu machen, demonstriert PETA am Dienstag vor der H&M-Filiale, Freie Strasse 26, in Basel. Grund dafür ist eine aktuelle Enthüllung von PETA Asien, die aufzeigt, dass hinter den Tierwohl-Labels wie «NATIVA» und dem Responsible Wool Standard lediglich leere Marketingversprechen stecken.Eine PETA-Aktivistin im blutigen Schafskostüm wirft ein Schild mit der Aufschrift «Tierwohlzertifikat» in eine Mülltonne mit dem Schriftzug: «H&M: Dein Wolle-Label ist für die Tonne!». «Blutige» Wollanzüge ragen daraus hervor. Eine weitere Aktive ergänzt das Demobild mit einem Schild mit der Aufschrift «Getreten und blutig geschoren für Wolle». Die Tierrechtsorganisation appelliert an H&M, keine Ware mehr aus dem Tierqualprodukt Wolle zu verkaufen und statt leeren Marketingversprechen Wolle gänzlich aus dem Sortiment zu nehmen.
Details zur Aktion:
Datum: Dienstag, 2. Juni 2026
Uhrzeit: 15:15 bis 16 Uhr
Ort: Vor dem H&M, Freie Strasse 26, 4001 Basel
Kontakt vor Ort: Ayshea Kelly, Aktionskoordinatorin, den Kontakt stellen wir gerne her.
«PETA Asiens neueste Enthüllung macht erneut deutlich, dass Wolle Tierquälerei bedeutet», so Ayshea Kelly, Aktionskoordinatorin bei PETA. «Sogenannte Tierwohl-Zertifizierungen sind in Sachen Tierschutz bedeutungslos. Unternehmen wie H&M müssen Tierqualprodukte endlich auslisten.»
Tierwohlzertifikat als Marketingkonzept
Die H&M Gruppe kündigte an, dass bis Ende 2025 sämtliche Schurwolle und alle verwendeten Tierhaare aus Farmen stammen sollen, die nach glaubwürdigen Tierschutzstandards zertifiziert sind. Dazu zählen unter anderem «Tierwohl»-Labels wie der Responsible Wool Standard und der NATIVA Wool Standard. PETA Asien recherchierte daraufhin verdeckt auf einer Farm, die NATIVA-Wolle verkauft und «die führende Marke für verantwortungsvoll gewonnene, zu hundert Prozent rückverfolgbare Naturfasern» ist. Beschäftigte traten Schafe gegen den Kopf, schlugen sie mit Schermaschinen und einem Stück Holz und rissen Lämmer an den Beinen aus ihrer Herde.
Der untersuchte Betrieb ist zudem nach dem Responsible Wool Standard (RWS) und dem Responsible Mohair Standard (RMS) zertifiziert. Die Ermittlerinnen und Ermittler stellten fest, dass es sich um ein Marketing-Konzept, sogenanntes «Humane Washing», handelt. Konsumentinnen und Konsumenten verlassen sich auf Schlagworte wie «verantwortungsvoll» und «rückverfolgbar», während die Tiere weiterhin leiden.
Tierleid in der Wollindustrie
Um aus dem Fell von Schafen Wolle herzustellen, wurden die Haare der Tiere früher während des natürlichen Fellwechsels ausgezupft. Da der Mensch die Tiere jedoch besser «nutzbar» machen wollte, züchtete er dem Wildschaf den Fellwechsel weg. Nach der Erfindung des Schermessers wurde den Tieren zudem ein ständiges Vlieswachstum angezüchtet, um möglichst viel weiche Unterwolle nutzen zu können. [1]
Schafherden in der Wollindustrie bestehen gewöhnlich aus Tausenden von Tieren. Dadurch wird es unmöglich, den individuellen Bedürfnissen der Schafe nachzukommen oder Krankheiten wie Schmeissfliegenbefall, Fussfäule und Infektionen zu behandeln. Durch die mangelnde Pflege sind die Todesraten bei Schafen teilweise extrem hoch.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
[1] Gibson-Roberts, Priscilla (2000): Scandinavian Sheep, Knitters Magazine.
Weitere Informationen
PETA-Schweiz.ch/Themen/Wolle
