Teufen AR, 15. April 2026 – Mit dem Frühling beginnt die Vegetationsperiode. Pflanzen wachsen, Vögel werden aktiver, und Insekten finden vermehrt Nahrung auf Wiesen und in Gärten. Gleichzeitig ist es die Zeit der Jungtiere: Viele Tiere ziehen nun ihren Nachwuchs auf und sind auf ausreichend Nahrungsquellen und geschützte Lebensräume angewiesen. Vielerorts verschwindet die Natur jedoch unter Plattenbelägen, Asphalt und Pflastersteinen. Wo Bäume, Hecken und Wiesen dem grauen Stadtbild weichen, wird der Lebensraum für heimische Wildtiere immer knapper. Menschen mit Garten können Tiere unterstützen, indem sie ihre Grundstücke naturnah gestalten. So schaffen sie ein kleines Refugium für Jungvögel, Insektennachwuchs und Igelkinder. Wie ein tierfreundlicher Garten aussieht, verrät Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.
«Inmitten der Kulturlandschaft und der eng bebauten Siedlungsbereiche schwindet der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer mehr», so Peter Höffken. «Doch mit wenigen Tricks können Menschen ihre Gärten tierfreundlich gestalten und Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren dabei helfen, ihr Überleben zu sichern. Wer ein solches Biotop schafft, kann sich hoffentlich bald an einer Vielzahl tierischer Bewohner erfreuen.»
So wird der Garten tierfreundlich gestaltet:
Natürliches Grün: Einheimische und möglichst vielfältige Büsche und Hecken bieten Wildtieren Unterschlupf, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Zum Schutz der Tiere ist ein Rückschnitt der Pflanzen zwischen März und September laut Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) nicht gestattet. Kleinere Form- und Pflegeschnitte sind in dieser Zeit zwar erlaubt, doch Menschen mit Garten sollten sich vor jeder Arbeit vergewissern, dass sie Rotkehlchen, Zaunkönige oder Finken nicht beim Nisten stören.
Durchgänge schaffen: Hecken sind eine natürliche Alternative zum Gartenzaun und ermöglichen Wildtieren wie beispielsweise Igeln den Durchgang zu anderen Grundstücken. So können die Tiere von Garten zu Garten streifen und ausreichend Nahrung finden. Igelgrosse Löcher in bestehenden Zäunen helfen den Tieren, Lebensräume zu erschliessen.
Wildblumenwiese: Mit einer im Fachhandel erhältlichen Blumenmischung aus verschiedenen Wildpflanzen wird die Grünfläche zu einem bunten Landeplatz für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Gut zu wissen: Zierpflanzen sehen zwar üppig aus, doch durch die Zucht der opulenten Blüten sind nur noch wenige Staubblätter vorhanden, die den nahrhaften Pollen erzeugen.
Kräuter für Menschen und Tiere: Blühender Schnittlauch, Lavendel, Oregano, Salbei und andere Küchenkräuter bieten unter anderem Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine leckere Nahrungsquelle.
Tierfreundliche Pflanzenpflege: In einem naturnahen Garten kann gut auf eine Düngung verzichtet werden. Andernfalls sollte unbedingt auf natürliche Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe zurückgegriffen werden. Chemische Mittel sind meist tödlich für Insekten und schaden in der Folge auch Igeln und anderen Insektenessern.
Torffreie Erde verwenden: Beim Abbau von Torf werden grosse Mengen CO2 freigesetzt, weshalb besser auf umweltfreundlichere Produkte zurückgegriffen werden sollte.
Versteck- und Nistmöglichkeiten: Nistkästen an Bäumen schaffen zusätzliche Brutplätze und werden von vielen Vogelarten schnell angenommen. Auch Fledermäusen kann mit der Anbringung spezieller Fledermauskästen geholfen werden. Durch die moderne, hermetische Bauweise von Häusern finden geschützte Tiere kaum noch geeignete Lebensräume.
Tränken: Zahlreiche Arten nutzen Vogeltränken für ein kühles Bad an einem heissen Sommertag oder zur Wasserversorgung. Ein Stock als Ausstiegshilfe oder ein Stein, der über die Wasserfläche herausragt, kann Insekten vor dem Ertrinken retten.
Lebensraum für Amphibien und Insekten: Teiche oder Feuchtbiotope sehen nicht nur hübsch aus, sondern helfen auch vielen Arten beim Überleben im Garten – Amphibien nutzen zum Beispiel das Wasser als Kinderstube. Mit etwas Glück tummeln sich bald auch schon bunt schillernde Libellen um das kühle Nass. Der Teichrand sollte so gestaltet sein, sodass Igel, Mäuse und andere Kleintiere weder an glatten Rändern hineinrutschen oder -fallen noch Schwierigkeiten haben, wieder an Land zu gelangen. Wichtig: Damit Amphibienlaich und Insektenlarven überleben können, sollte von Fischen im Teich abgesehen werden.
Mähroboter: Igel und andere Kleintiere finden in hohem Gras Schutz und Deckung. Viele Menschen bevorzugen kurzgetrimmtes Gras, was jedoch den Lebensraum unzähliger Wildtiere und Pflanzen zerstört. Insbesondere das Mähen mit einem Roboter oder einer Motorsense wird schnell zur tödlichen Gefahr: Während die meisten Tiere bei Gefahr flüchten, rollen sich Igel ein und stellen sich tot. So werden sie leicht von den scharfen Klingen getroffen. Unzählige Igel wurden auf diese Weise bereits schwer verstümmelt und getötet.
Natürlich sollte bei allen anstehenden Arbeiten Rücksicht auf die Naturbewohner genommen und darauf geachtet werden, dass eventuelle Veränderungen des Gartens keine anwesenden Wildtiere stören.
Weitere Informationen
PETA-Schweiz.ch/Themen/Wildtiere
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
