Zwei tote Pferde bei Kutschunfall in Lotzwil – PETA fordert Kutschverbot von Regierungsstatthalter Stefan Costa

Lotzwil / Teufen (AR), 26. Februar 2026 – Gestern kam es in Lotzwil zu einem Kutschunfall. Einer Polizeimeldung zufolge hielt der Fahrer das Gespann auf dem Werkhof der Gemeinde an und verliess die Kutsche. Aus noch ungeklärten Gründen rannten die beiden Pferde plötzlich via Kirchgasse in Richtung Langenthalstrasse los. Dort kam es zu einem Zusammenstoss mit einem Auto. Die Tiere starben noch an der Unfallstelle, der Autofahrer wurde leicht verletzt. PETA appelliert angesichts dieses Vorfalls heute in einem Schreiben an Regierungsstatthalter Stefan Costa, ein Verbot von Pferdekutschen im Verwaltungskreis Oberaargau einzuführen. Die Tierrechtsorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen.

«Pferde sind Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen – teils mit tödlichem Ausgang», so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.»

Unfälle bei Kutschfahrten oft mit schweren Ausgang für Mensch und Tier

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2024 wurden allein in Deutschland bei insgesamt 38 Kutschunfällen mindestens 65 Menschen verletzt, vier Pferde starben und mindestens 17 weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und falls notwendig medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Symbolbild: Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen:

PETA-Schweiz.ch/Themen/Pferdekutschen