Asphaltierte Wege erreichen schnell 60 °C – PETA hilft: Wie Hundehaltende Hitzeverletzungen an den Pfoten ihrer tierischen Begleiter aktiv vorbeugen

Teufen AR, 19. August 2025 – Vorsicht, Verbrennungsgefahr beim Spaziergang: Schon bei relativ niedrigen Temperaturen erhitzen sich asphaltierte Strecken bei direkter Sonneneinstrahlung bedrohlich. Für Hunde mit ihren sensiblen Pfoten kann es schnell schmerzhaft sein, auf heissem Asphalt zu laufen. Immer wieder kommt es dann zu Verletzungen. Um dem vielfach unterschätzten Risiko vorzubeugen, hat Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA, nützliche Fakten dazu zusammengestellt, was es für Hundehaltende zu beachten und zu vermeiden gilt, damit Mensch und Tier sicher durch den Sommer kommen.

«Die Gefahr, die durch heissen Asphalt für die empfindlichen Pfotenballen ausgeht, wird häufig nicht ernst genug genommen. Dabei kann sich der Untergrund an einem Hitzetag schnell auf über 60 °C erhitzen», so Jana Hoger. «Um festzustellen, ob der Asphalt bedenkenlos begehbar ist, hat sich der 5-Sekunden-Test bewährt. Kann ein Mensch die Hand in etwa so lange auf den Boden drücken, ohne dass es unangenehm wird, kann auch der Hund gut darauf laufen. Bei hohen Temperaturen helfen schon kleine Vorsichtsmassnahmen, um Hunde vor Verbrennungen an den Pfoten zu schützen.»

Grundsätzlich empfiehlt es sich, asphaltierte Strassen und Wege an extrem heissen Tagen möglichst ganz zu vermeiden, Wiesen und Wälder zu bevorzugen und den täglichen Spaziergang in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu unternehmen. Sonst kann es schnell geschehen, dass der tierische Begleiter schmerzhafte Verbrennungen an den Pfoten erleidet. Zum Hintergrund: Bereits bei 25 °C erwärmt sich Asphalt unter direkter Sonneneinstrahlung auf bis zu 52 °C. Bei einer Aussentemperatur von 31 °C steigt die Temperatur des Asphalts bereits auf 62 °C, bei 35 °C auf 65 °C. Das hat eine Studie der US-amerikanischen Frostburg State University ergeben. Ein Szenario, aber im Bereich des Möglichen: Reagiert der Hund zu spät auf den heissen Asphalt oder läuft zu lange darauf, könnte er sich die Pfoten bereits verbrannt haben.

Um dem Worst Case vorzubeugen, haben sich einige simple Massnahmen als hilfreich erwiesen, mit denen einem entspannten gemeinsamen Spaziergang nichts mehr im Wege steht. Neben dem 5-Sekunden-Test bietet sich vor dem Ausflug an, die Pfoten des Hundes mit feuchtigkeitsspendender Creme einzureiben oder spezielles Pfotenspray beziehungsweise -balsam zu nutzen. Im Zweifel kann das Fachpersonal in der tiermedizinischen Praxis des Vertrauens ein passendes Produkt empfehlen. Auch sogenannte Hundeschuhe können eine Möglichkeit sein, das Tier vor dem heissen Asphalt und zudem Glasscherben oder anderen spitzen Gegenständen zu schützen. Wichtig in diesem Kontext: Nicht jeder Hund akzeptiert die Schuhe, hier gilt es, die Bedürfnisse des Vierbeiners zu beachten und entsprechend zu entscheiden.

Zusätzlich zum direkten Schutz der Pfoten ist es generell ratsam, bei Ausflügen an Hitzetagen ein paar einfache Verhaltensregeln einzuhalten.

  • Termin für die Gassirunde früh morgens oder spät abends legen und sie eventuell auf mehrere kurze Spaziergänge aufteilen.
  • Direkte Sonne meiden und möglichst permanent im Schatten laufen. Das beugt Verbrennungen ebenso vor wie Überhitzung.
  • Waldwege und Wiesen präferieren. Das Laufen auf Asphalt birgt im Sommer konstant die Gefahr für Verbrennungen.
  • Zügig gehen statt lange an einer Stelle stehen bleiben. Die Gefahr einer Hitzeverletzung sinkt, wenn die Pfoten keinen längeren Kontakt mit dem Boden haben.
  • Ergibt der 5-Sekunden-Test, dass der Untergrund für die Pfoten des Hundes zu heiss ist, kann es infrage kommen, ihn aus der Gefahrenzone zu tragen (sofern es seine Körpergrösse zulässt) oder hierfür einen sogenannten Hundebugyy zu nutzen.
  • Kontrolle: Bei grosser Hitze kann es sinnvoll sein, schon während des Spaziergangs die Ballen auf Blasen, Rötungen und Risse zu untersuchen, um Verbrennungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Sollte der Hund trotz aller Vorsichtsmassnahmen Anzeichen einer Verbrennung zeigen, etwa humpeln, sich die Pfoten auffällig lecken, partout nicht weitergehen wollen oder haben sich bereits Schwellungen oder Blasen gebildet, ist es unerlässlich, einen Tierarzt beziehungsweise eine Tierärztin zu konsultieren. Als Erste-Hilfe-Massnahme können Hundehaltende die Pfoten vorsichtig mit Wasser kühlen, ein nasses Handtuch oder eine Socke bieten sich hierzu an. Aber Achtung: Kein eiskaltes Wasser verwenden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.

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