Illnau-Effretikon / Teufen (AR), 16. Juli 2025 – Videomaterial, das PETA anonym zugespielt wurde, zeigt, wie der Schweizer Springreiter Martin Fuchs bei verschiedenen Turnieren in der Vergangenheit Pferde wiederholt mit Hand und Gerte geschlagen hat. Trotz der nachgewiesenen Misshandlungen konnte Fuchs mit dem Pferd «Leone Jei» jüngst am Springreitwettbewerb CHIO in Aachen teilnehmen. Entsetzt über die mangelhaften Konsequenzen nach der dokumentierten Gewalt im «Reitsport» wendet sich PETA nun direkt an die Veranstalter des CHIO sowie an das zuständige Veterinäramt und fordert eine Überprüfung des Reiters und seines Reitstalls in Bietenholz. Zudem müssen Teilnehmer von Turnieren konsequent ausgeschlossen werden, wenn diese die ohnehin geringen Standards des Tierschutzes missachten.
«Tierquälerei darf heutzutage nirgendwo eine Bühne finden. Auch Veranstalter von internationalen Reitturnieren müssen endlich ein Zeichen setzen und sich klar positionieren. Es geht hierbei um den Missbrauch von fühlenden Lebewesen. Es ist inakzeptabel, dass Menschen, die in aller Öffentlichkeit auf Pferde einschlagen, weiter an Turnieren teilnehmen können», so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. «Gewalt und Missbrauch ist im sogenannten Reitsport bis heute gang und gäbe. Das muss sich dringend ändern. Ein derartiges Handeln darf nicht ohne Konsequenzen bleiben.»
Für Fuchs zahlte sich die Tierquälerei im Turnier um den diesjährigen Rolex-Grand Prix aus: Er heimste neben Anerkennung in der Branche, eine Luxus-Uhr und ein Preisgeld von 500.000 Euro ein. Fuchs‘ offene Gewalt gegenüber Pferden bei Wettbewerben wirft ernsthafte Fragen über die Zustände auf dem privaten Hof des Reiters auf, wenn keine Kameras mitlaufen.
«Pferdesport»: Unnatürlich & gefährlich
Beim Springreiten werden Pferde dazu gezwungen, in kürzester Zeit über verschiedene Hindernisse eines Parcours zu springen. In den höchsten Klassen sind die Hindernisse bis zu 1,60 Meter hoch. Die Tiere springen in der Natur nur in ausweglosen Situationen über Hürden – das Springreiten entspricht in keiner Weise dem natürlichen Bewegungsverhalten von Pferden. Im Wettkampfsport werden sie zudem schon im jungen Alter von drei Jahren gezwungen, hohe Barrieren zu bewältigen. Da ihr Bewegungsapparat zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind gesundheitliche Probleme oder tödliche Stürze keine Seltenheit.
Grausame Trainingsmethoden
Auch der Einsatz von Peitschen ist beim Springreiten gängig. Über Schmerz und Angst sollen Pferde im Training und bei Turnieren gefügig gemacht werden. Als Fluchttiere geraten sie dabei in immensen Stress. Eine häufige Folge ist das «Koppen» – ein Verhalten, bei dem Pferde durch das Schlucken von Luft versuchen, stressbedingte Anspannung abzubauen. Es gilt als Zeichen schweren seelischen Leids.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.
Weitere Informationen:
PETA.ch/Pferdesport
