Vorsicht, Tierquälerei! PETA-Experte gibt Tipps für verantwortungsbewusstes Reisen und klärt über Tierschutzfallen auf

Teufen (AR), 26. Juni 2025 – Augen auf bei tierischen Tourismus-Attraktionen: Mit Beginn der Urlaubszeit wächst die Vorfreude auf Erholung und unvergessliche Erlebnisse. Doch während viele Feriengäste ihre freie Zeit geniessen, werden Tiere vielerorts unter oftmals desolaten Bedingungen als Publikumsmagneten eingesetzt. Ob Elefanten-«Begegnungen», Kamelritte, Delfin-Shows oder vermeintliche «Auffangstationen» – Wildtierexperte Peter Höffken von der Tierrechtsorganisation PETA erklärt, bei welchen Angeboten Vorsicht geboten ist.

«Wer in den Ferien tierische Begegnungen sucht, sollte darauf achten, nicht auf Offerten oder Showprogramme mit misshandelten Tieren hereinzufallen», rät Peter Höffken. «Gerade in Tourismushochburgen wird häufig mit tierischen Attraktionen gelockt, doch die Lebensbedingungen der Tiere sind oft so katastrophal, dass viele Menschen ihren Besuch bereuen. Reisende sollten sich bestenfalls schon im Vorfeld bei unabhängigen Quellen informieren. Es ist vor allem wichtig, die tierquälerischen Angebote nicht mit dem Kauf eines Tickets zu unterstützen.»

Wildtier-Auffangstationen: Bezeichnungen wie «Sanctuary» oder «Auffangstation» sind nicht reguliert und dienen nicht selten dazu, Angebote für Reisende attraktiver zu machen. Seriöse Auffangstationen, die von Urlaubenden ruhigen Gewissens besucht werden können, stellen ihre Schützlinge nicht für Shows, einen unmittelbaren Kontakt oder Trekkingtouren zur Verfügung. Gute Einrichtungen unterbinden Nachzuchten, weil das begrenzte Platzangebot für Tiere in Not benötigt wird. Touristinnen und Touristen sollten darauf achten, dass die Unterbringung der Tiere grosszügig und naturnah gestaltet ist und sie die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Bewertungen im Internet helfen, eine Vorauswahl zu treffen.

Elefanten-«Begegnungen»: In Thailand und anderen Ländern Asiens sind das Elefanten-Trekking oder «Baden mit Elefanten» fester Bestandteil vieler Tour-Angebote. Was den Touristinnen und Touristen jedoch nicht gezeigt wird: Die sensiblen Riesen werden von klein auf mit einem spitzen Haken geschlagen und mit tagelangem Anbinden gefügig gemacht. Wer auf einem Elefanten reitet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich um ein schwer misshandeltes Tier handelt, dessen Wille mit körperlicher und seelischer Gewalt gebrochen wurde.

Kamel-, Pferde- und Eselritte: Beim Kamelreiten werden die Tiere oft geschlagen und müssen viele Stunden in der sengenden Sonne ausharren. In Ägypten zeigen Videoaufnahmen immer wieder, wie ausgemergelte Pferde und Kamele mit Verletzungen bis zum Zusammenbruch im Tourismus eingesetzt werden. Auf der griechischen Urlaubsinsel Santorini müssen Dutzende Esel und Maultiere in der sengenden Sonne die Besucher täglich mehr als 500 Stufen zur Altstadt von Firá hinauftragen. Viele der Tiere weisen Wunden auf und werden nicht ausreichend mit Wasser und Nahrung versorgt.

Tiershows, Zoos und Delfinarien: Zahlreiche Zoos lassen Tiere in fragwürdigen Showprogrammen auftreten. Teilweise werden sie dabei sogar vor den Augen der Besuchenden misshandelt. Reisende sollten Zoos und Delfin- und Orca-Shows unbedingt meiden, wo auch die beengten und nicht-artgerechten Lebensbedingungen enormes Tierleid bedeuten. In vielen Ländern gibt es keine adäquaten Gesetze, die Tiere vor Missbrauch und schlechten Haltungsbedingungen schützen. Doch auch in deutschen Einrichtungen bleiben die Bedingungen meist weit hinter den Bedürfnissen der Tiere zurück.

Foto-Shootings mit exotischen Tieren: Insbesondere in Asien und Lateinamerika ziehen windige Geschäftemachende mit kleinen Äffchen, Tiger- oder sogar Elefantenbabys durch die Urlaubshochburgen, um Menschen zu spontanen Foto-Shootings mit den exotischen Tieren zu animieren. Von solchen Angeboten sollten Reisende unbedingt Abstand nehmen, denn dahinter verbergen sich stets traurige Fälle von Tierquälerei. Für die Tierkinder, die häufig ihrer Mutter gewaltsam entrissen wurden, bedeutet das ständige Herumreichen puren Stress. Viele dieser Tiere sterben aufgrund der Strapazen und unzureichender Versorgung verfrüht.

Stierkämpfe: In Spanien, Frankreich und einigen Ländern Lateinamerikas gibt es noch immer blutige Stierkämpfe, bei denen die Tiere durch zahlreiche Lanzenstiche langsam zu Tode gequält werden. Die meisten Arenen können – wie in Spanien – nur durch den ständigen Zustrom von Touristinnen und Touristen überleben. Stierkämpfe gehören daher auf die Tabu-Liste jedes tierfreundlichen Menschen.

Wer auf Tierquälerei stösst, darf nicht wegsehen: Wenn Reisende Zeugen von Tierschutzmissständen werden, sollten sie Verantwortliche vor Ort direkt ansprechen – sofern es die Situation zulässt. Mit Beweisen in Form von Fotos oder Videos können die zuständigen Behörden und Tierschutzorganisationen informiert werden. Zudem lohnt es sich, das Gespräch mit Reiseveranstaltern zu suchen und sie auf das Problem aufmerksam zu machen. Und das Wichtigste ist, Angebote dieser Art niemals finanziell zu unterstützen – denn nur, wenn die Nachfrage sinkt, wird sich das Angebot langfristig ändern.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.

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