Verantwortungsvolle Pferdehaltung bei Minusgraden – PETA-Expertin gibt Tipps für einen sicheren Winter

Teufen AR, 3. Dezember 2025 – Glückliches Pferdeleben auch im Winter: Sinkende Temperaturen und kürzere Tage bringen besondere Herausforderungen mit sich und stellen viele Pferdehaltende vor Fragen: Sollte eingedeckt werden? Gibt es ausreichend geschützte, wärmende Rückzugsmöglichkeiten? Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA, erklärt, welche Bedürfnisse Pferde haben und wie sie sicher und wohlbehalten durch die kalte Jahreszeit kommen.

«Gesunde Pferde sind robust und extrem anpassungsfähig», so Jana Hoger. «Ihre Wohlfühltemperatur liegt mit etwa sieben Grad trockener Kälte deutlich niedriger als die des Menschen. Weide-Gruppenhaltung mit angeschlossenem Offenstall ist die optimale Haltungsform für Pferde – auch im Winter.»

  • Frische Luft, Sonne und Bewegung sind essenziell für die Pferdegesundheit. Auch im Herbst und Winter verbringen die Tiere ihren Tag bestenfalls auf einer Weide mit angeschlossenem Offenstall.
  • Der an drei Seiten geschlossene Unterstand muss wind- und wettergeschützt stehen und gross genug sein, um einen trockenen Liegeplatz für jedes Tier der Gruppe zu bieten. Gummimatten unter der Einstreu helfen, den Stallboden gegen Kälte zu isolieren und die Gelenke der Pferde zu schonen. Sie verringern ausserdem die Gefahr des Ausrutschens.
  • Pferden sollte ganzjährig, aber vor allem auch im Winter grundsätzlich Raunahrung (Heu) zur Verfügung gestellt werden – regelmässige Nahrungsaufnahme ist wesentlich für die Funktion des Organismus und kann gefährliche Krankheiten vorbeugen. Vorsicht bei einigen kleinen Ponyrassen: Sie neigen häufig zu Übergewicht. Eine Kombination aus ausreichend Bewegung und einer angepassten Nahrungsmenge ist hier besonders wichtig.
  • Auch während der kalten Jahreszeit haben Pferde einen hohen Wasserbedarf – sie trinken bis zu 70 Liter am Tag. Die Trinkvorrichtung bzw. der Wasserzugang sollte mindestens einmal am Tag – bestmöglich aber mehrmals täglich kontrolliert werden, da sie bei Minusgraden zufrieren kann.
  • Bei feuchter Witterung bildet sich schnell Morast vor der Nahrungs- bzw. Wasserstelle. Um den Tieren eine leichte Nahrungs- bzw. Wasseraufnahme zu ermöglichen, sollten Pferdehaltende die Bereiche regelmässig trockenlegen.
  • Das Eindecken von gesunden Pferden ist im Herbst und Winter in der Regel nicht nötig. Pferde entwickeln in der Offenstallhaltung ein robustes Winterfell, das sie vor Kälte schützt. Nach der Bewegung sollte das Fell zunächst mit Hilfe einer Abschwitzdecke getrocknet und ausgebürstet werden. Bei dauerhafter Nässe empfiehlt sich eine Regendecke. Alte oder kranke Pferde benötigen jedoch häufig zusätzlichen Schutz und profitieren oft von einer wärmenden Decke. Wichtig ist hier, individuell zu entscheiden, was das jeweilige Pferd braucht.
  • Bei langanhaltender Nässe sollten die Hufe regelmässig auf Feuchtigkeit und Veränderungen überprüft werden. Durch zu viel Regen wird die Huflederhaut weich und die Gefahr steigt, dass sich Steinchen eintreten. Hufgeschwüre oder Entzündungen können die Folge sein. Auch der Hufstrahl sollte bei Nässe regelmässig abgetrocknet und auf Strahlfäule kontrolliert werden. Geeignete Mittel können Keime abtöten und so Erkrankungen vorbeugen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch