Tierischen Waldbewohnern auf der Spur: PETA gibt Tipps fürs Fährtenlesen im Schnee

PETA-Grafik zeigt Fussabdrücke von Marder bis Wildschwein

Teufen AR, 5. Januar 2026 – Faszinierende Entdeckungen im Wald: Auch wenn bei klirrender Kälte kaum Tiere zu sehen sind, künden doch zahlreiche Spuren von ihren winterlichen Aktivitäten. Liegt Schnee, sind die Bedingungen ideal, einen Einblick in das geheime Leben scheuer Wildtiere zu bekommen. Ob Rehe, Wildschweine oder Füchse – jede Tierart hinterlässt ihre eigene Spur. Peter Höffken, Fachreferent bei PETA, erklärt, wie die zahlreichen Fussabdrücke den Tieren zuzuordnen sind und worauf spazierende Menschen bei winterlichen Entdeckungstouren besonders achten sollten. Die PETA-Grafik «Tierspuren im Schnee» hilft bei der Fährtenbestimmung.

«Der Winter ist die ideale Jahreszeit, um auf Spurensuche zu gehen. Wer die Abdrücke im Schnee oder im Matsch zu deuten weiss, dem eröffnen sich spannende Geschichten», so Peter Höffken. «Spurenlesende mit geübtem Auge können Art und Anzahl der Tiere, ihre Laufrichtung und Gangart herauslesen und erkennen, ob beispielsweise soziale Kontakte stattgefunden haben oder wo Nahrung gesucht wurde.»

Jede Tierart hat einen typischen Fussabdruck, auch Trittsiegel genannt. Manche Tiere, wie beispielsweise der Dachs, haben eine Pranke und treten mit der ganzen Sohle auf, andere, wie etwa der Fuchs, laufen auf ihren Zehen. Paarhufer wie Rehe, Hirsche oder Wildschweine dagegen hinterlassen Abdrücke ihrer verhornten Zehenspitzen.

Im Schnee sind die Fussspuren besonders gut sichtbar. Ist noch keine Schneedecke vorhanden und der Boden noch nicht ganz gefroren, lassen sich von den Trittsiegeln in der Erde tolle Gipsabdrücke anfertigen. Besonders für Kinder ist Fährtenlesen faszinierend, ausserdem lernen die jungen Entdeckenden so eine Menge über das natürliche Verhalten der Wildtiere.

Die Trittsiegel der Paarhufer auf einen Blick:

  • Reh und Hirsch: Zwei längliche Abdrücke, die vorne spitz zulaufen. Der Fussabdruck des Rehs hat eine Länge von etwa 4-5 cm und ist etwa 3 cm breit. Hirsche hinterlassen einen deutlich grösseren Abdruck mit circa 6-9 cm Länge und 4-7 cm Breite.
  • Wildschwein: Ebenfalls zwei längliche Abdrücke, die aber parallel zueinander verlaufen. Typisch sind die zusätzlich erkennbaren Afterklauen (Zehen oberhalb des Fusses) am hinteren Ende des Trittsiegels. Der Abdruck ist etwa 3-5 cm lang und 7-9 cm breit.

Die Trittsiegel der Tatzengänger im Überblick:

  • Rotfuchs: Hauptballen, vier Zehenballen und Krallen. Der Abdruck ist etwa 5 cm lang und 4-4,5 cm breit. Im Gegensatz zu Hunden setzen Füchse ihre schmalen Füsse in einer Linie direkt hintereinander, so dass eine gerade Laufspur entsteht. Weiteres Unterscheidungsmerkmal: die Anordnung der Ballen. Stammt das Trittsiegel von einem Fuchs, dann ist es möglich, ein Kreuz durch die Freiräume im Inneren des Abdrucks zu ziehen, ohne die Ballen dabei zu durchschneiden (Kreuztest).
  • Dachs: Hauptballen, fünf Zehenballen und Krallen. Der Abdruck ist etwa 5-7 cm lang und 3,5-5 cm breit. Dachse halten Winterruhe und schlafen viel – nur mit etwas Glück stösst man auch in der kalten Jahreszeit auf ihre Spuren.
  • Steinmarder: Hauptballen, fünf Zehenballen und Krallen. Der Abdruck ist etwa 3,5-5 cm lang und 3-4 cm breit.

Nützliche Hilfsmittel bei der Spurensuche:

  • Bestimmungsschablone: Die Grafik «Tierspuren im Schnee» kann auf PETAs Webseite heruntergeladen werden und dient als tolle Vorlage, um die Trittsiegel den Tierarten zuzuordnen.
  • Lineal: Damit können die Spuren genau auf ihre Masse untersucht werden.
  • Fotoapparat: Nützlich, um zu Hause die Spuren noch einmal zu begutachten. Tipp: beim Fotografieren das Lineal neben das Trittsiegel legen.
  • Kit für Gipsabdruck (aus dem Bastelladen): Tiefe Trittsiegel in der Erde eignen sich besonders gut, um Gipsabdrücke anzufertigen. Dies ist allerdings mit etwas Aufwand und Zeit verbunden, da der Gips austrocknen muss.

Wichtige Hinweise für die Spurensuche im Wald:

  • Wildtiere brauchen im Winter ganz besonders viel Ruhe: Werden Hasen, Rehe oder Vögel aufgeschreckt und müssen flüchten, kostet sie das wertvolle Energie. Diesen Verlust können die Tiere aufgrund des Nahrungsengpasses im Winter nur schwer ausgleichen. Deshalb gilt: die öffentlichen Wege nicht verlassen und Hunde nur an die Leine nehmen.
  • In den Wäldern wird derzeit scharf geschossen: Neben rund fünf Millionen Wildtieren und mehreren hunderttausend Katzen sowie zahlreichen Hunden werden jedes Jahr mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern verletzt oder teils sogar getötet. Deshalb unbedingt die Warnschilder bei Jagdaktivitäten beachten und Gebiete meiden, in denen Jäger aktiv sind.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Tierspuren im Schnee erkennenDie neue PETA-Grafik hilft bei der Fährtenbestimmung / © PETA

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Weitere Informationen:

PETA-Schweiz.ch