Pferd Top Max nach Sturz beim «White Turf 2026» getötet – PETA erstattet Anzeige und fordert Verbot von Pferderennen auf dem St. Moritzersee

St. Moritz / Teufen (AR), 10. Februar 2026 – Am vergangenen Sonntag fand auf dem zugefrorenen St. Moritzersee der Auftakt des «White Turf 2026» statt. Beim zweiten Flachrennen stürzte das Pferd Top Max so schwer, dass er aufgrund der Verletzungen getötet wurde. Das darauffolgende Rennen an diesem Tag wurde «aus Sicherheitsgründen» abgesagt [1]. PETA reichte am 9. Februar Anzeige beim Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des Kantons Graubünden ein, damit die Umstände des Todes von Top Max untersucht werden. Die Organisation forderte aufgrund der erhöhten Sturzgefahr auf dem schneeglatten Untergrund von der Behörde zudem ein Verbot von Pferderennen auf dem St. Moritzersee. Bei den Rennen werden die Tiere regelmässig mit der Peitsche zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen, was häufig zu Stürzen und zum Tod der Pferde führt. PETA appelliert an alle Menschen, die tierschutzwidrigen Veranstaltungen weder durch den Kauf einer Eintrittskarte noch mit einer Wette zu unterstützen.

«Immer wieder werden Pferde auf Rennbahnen wegen der hohen Geschwindigkeiten zu Tode geritten. Auf dem St. Moritzsee besteht aufgrund des glatten Untergrunds eine nochmal erhöhte Sturzgefahr, daher sind Rennen dort besonders unverantwortlich», sagt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «Das Leid der Pferde darf nicht länger für Prestige und Profit in Kauf genommen werden. Es ist höchste Zeit, die skrupellose Rennbranche in die Schranken zu weisen und behördliche Verbote auszusprechen.»

Branche nimmt tödliche Brüche, Lungenblutungen und Magengeschwüre billigend in Kauf

Für den «Rennsport» werden Pferde gezwungen, Risiken einzugehen, die sie freiwillig niemals auf sich nehmen würden. Zwischen 2021 und 2024 starben fünf Pferde während Rennen in der Schweiz [2]. Zuletzt wurde im Oktober 2025 das Pferd «Fou de Rêve» bei einem Rennen in Maienfeld/Bad Ragaz getötet. Aufgrund der Häufung der Todesfälle besteht der Verdacht, dass den Tieren regelmässig Leistungen abverlangt werden, denen sie nicht gewachsen sind (vgl. Artikel 16 (1) Tierschutzverordnung). Die Überlastung führt häufig zu Stürzen mit Brüchen oder zu Aortenabrissen, bei denen die Hauptschlagader des Herzens reisst und das Tier innerhalb kurzer Zeit stirbt. Experten zufolge weisen zudem 90 Prozent der bei Rennen eingesetzten Pferde aufgrund des grossen psychischen Stresses Magengeschwüre auf. Laut den Rennprotokollen haben viele Tiere kurz nach einem Rennen blutige Nüstern. Entgegen der Aussage der Branchenvertreter handelt es sich hierbei jedoch nicht um Nasenbluten, sondern laut Dr. Maximilian Pick, Gutachter und ehemaliger Fachtierarzt für Pferde, üblicherweise um Blutungen aus der Lunge [3].

Millionengeschäft auf Kosten der Pferde

Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da der Bewegungsapparat der jungen Tiere noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Sehnenschäden und Knochenbrüche keine Seltenheit. Die Pferde werden nicht nur bei den Rennen selbst, sondern auch während der Trainings überlastet. So sind etwa bei Galopprennen rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. Peitschenschläge und tierquälerisches Zubehör gehören zum Alltag sogenannter Rennpferde. Das zeigt einmal mehr, dass das Wohl der Tiere in der Regel keine Rolle spielt.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

[1] GaloppOnline.de (2026): Letztes Galopprennen bei Meetingsauftakt in St. Moritz abgesagt. Online unter: https://galopponline.de/rennen/letztes-galopprennen-bei-meetingsuftakt-in-st-moritz-abgesagt/. (10.02.2026)
[2] 20 Minuten vom 15.10.25: “Schwerer Sturz bei Pferderennen: Pferd stirbt, Jockey verletzt“. Online unter: www.20min.ch/story/maienfeld-gr-schwerer-sturz-bei-pferderennen-pferd-stirbt-jockey-verletzt-103433902. (10.02.2026)  
[3] Dr. Pick, M. (2005): Spezielle Erkrankungen von Galopprennpferden aus Sicht des Tierschutzes. In: Der praktische Tierarzt.

Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch/Themen/Pferderennen