Nässe und Kälte trotzen: PETA-Expertin gibt Tipps für die richtige Hundebekleidung

Teufen AR, 15. Januar 2026 – Die grosse Kältewelle ist erst einmal vorbei. Doch vielerorts bleibt es nasskalt – ein Wetter, bei dem Hunde auf Spaziergängen schnell frieren können. Nicht alle Tiere verfügen über ein dichtes Winterfell, mit etwas Vorbereitung lassen sich Winterspaziergänge jedoch selbst für empfindliche Hunde angenehm gestalten. Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA und Tierpsychologin mit Schwerpunkt Hund, hat hilfreiche Tipps zusammengestellt.

«Hunde mit wenig oder kaum Unterwolle, sehr kleine, ältere oder kranke Tiere frieren im Winter besonders schnell. Für sie kann gut sitzende Hundekleidung wichtig sein, um Unterkühlung zu vermeiden», so Jana Hoger. «Nicht die Optik ist entscheidend, sondern das Wohlbefinden. Kleidungsstücke, die nur modischen Zwecken dienen oder die Bewegungsfreiheit einschränken, sind aus Tierschutzsicht abzulehnen. Hundebekleidung sollte ausschliesslich dann eingesetzt werden, wenn sie die Tiere wirklich schützt.»

Für alle Hunde gilt: Sie leben in der Regel in geheizten Räumen. So beträgt der Temperaturunterschied beim Gassigang in den Wintermonaten häufig 20 Grad oder mehr. Eine klare Belastung für den Organismus. Werden Hunde nass bis auf die Haut, kann das zu Verspannungen, Erkältungen, Blasenentzündungen und sogar lebensgefährlichen Lungenentzündungen führen.

Die verschiedenen Bekleidungsvarianten:

Der Pullover: Im Fachhandel gibt es Hunde-Pullover aus synthetischer Wolle – in zahlreichen Formen und Farben. Diese Pullis sind bei trockener Kälte sehr praktisch und können zumeist bei bis zu 40 Grad in der Maschine gewaschen werden. An feuchten Tagen sind diese Kleidungsstücke nicht ratsam – sie nehmen Nässe auf, werden schwer und kühlen die Tiere aus, anstatt sie zu wärmen.

Der Regenmantel: Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Schnitte für Hunde-Regenmäntel. Manche werden nur mit Klettverschlüssen geschlossen, andere über den Kopf gezogen und dann mit Schnallen fixiert. Wichtig ist, dass das Material wasserabweisend ist. Hierfür eignen sich z. B. teflonbeschichtete Nylonstoffe, gewachste Baumwolle oder Softshell. Es gibt die Mäntel fertig im Handel oder massgeschneidert zu bestellen. Zahlreiche Online-Stores bieten diesen Service an – hier muss genau gemessen werden, dann passt der angefertigte Mantel perfekt.

Der Wintermantel: Wird es richtig kalt, reicht häufig ein dünner Regenmantel nicht aus. Dann kommen Hunde-Wintermäntel zum Einsatz. Fleecestoffe, gefüttert mit warmer Baumwolle oder Nicki, sind besonders geeignet. Ebenso gut sind wattierte Stoffe, die die Wärme am Körper des Vierbeiners halten. Einige Exemplare haben extra lange Halskragen, damit von oben kein Schnee hineinfallen kann. Auch hier gibt es tolle Mäntel im Fachhandel oder die Möglichkeit, einen Mantel nach Mass anfertigen zu lassen.

Der Overall: Für besonders empfindliche Hunde gibt es sowohl Regenbekleidung als auch Wintermäntel mit Beinen – so bleiben auch diese warm und trocken. Manche Hunde wundern sich zu Beginn über den neuen Anzug, merken aber schnell, wie angenehm er ist. Zu erhalten sind die Mäntel im Fachhandel und als Massanfertigung bei zahlreichen Online-Dienstleistern.

Die Schuhe: Streusalz, Eis und Splitt setzen zarten Pfoten zu. Bestenfalls spülen Hundehaltende die Füsse ihrer Lieblinge nach dem Spaziergang zu Hause mit lauwarmem Wasser ab. Pfotencremes schützen zusätzlich. Wenn die Tiere besonders empfindlich sind oder bereits entzündete Pfoten haben, können spezielle Hundeschuhe Abhilfe schaffen. Diese sollten im Fachgeschäft unter Anleitung von Beratungspersonal anprobiert werden, damit sie optimal passen und die Vierbeiner wirklich damit laufen können, ohne Druckstellen zu bekommen. Doch nicht alle Hunde mögen eine solche Fussbekleidung. In diesem Fall sollten mit Salz gestreute Wege nach Möglichkeit ganz gemieden werden.

Der Schal: Praktisch und kuschelig sind Hunde-Schals aus synthetischer Wolle. An richtig kalten Tagen wärmen sie Hunden ohne Unterfell den Hals. Kein Muss – aber ein liebes Accessoire, das die meisten Hunde gerne tragen. Auch gut geeignet für Tiere, die erkältet sind.

Der PETA-Tipp: Hundebekleidung lässt sich auch kombinieren. So kann ein Pulli unter einen Regenmantel angezogen werden oder bei Schnee ein Wintermantel über einen Regen-Overall. Damit ist der tierische Mitbewohner – je nach Wind und Wetter – bestmöglich ausgestattet.

Grundsätzlich gilt:
Hundekleidung darf nicht scheuern oder die Bewegungsfreiheit einschränken und sollte sensible Körperstellen wie Ohren, Augen, den Mund und den Genitalbereich aussparen. Kapuzen oder Glöckchen stören die Tiere und sollten deshalb nicht an den Kleidungsstücken angebracht sein.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch/Themen/Tierische-Mitbewohner