Tiere benötigen bei Frostwetter Schutz und Fürsorge – PETA gibt Tipps für die Versorgung von im Freien lebenden Tieren

Winterliche Witterung: Tierhaltende sollten jetzt handeln

Teufen (AR), 8. Januar 2026 – Der Winter zeigt sich seit einigen Tagen von seiner frostigen Seite – mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und eisigem Wind. Besonders für domestizierte Tiere wie Pferde, Schafe und Rinder, die typischerweise im Freien leben, kann die Kälte zur Belastungsprobe werden. Aber auch Hunde ohne engen Anschluss an eine Familie und Katzen dürfen jetzt nicht im Stich gelassen werden. Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA, appelliert vor diesem Hintergrund an Tierhaltende, dass sie Tieren durch geeignete Unterstände und Hütten sowie Zugang zu Haus und Scheune ausreichend Schutz vor Kälte, Wind und Nässe bieten sollten. Sie hat Tipps zusammengestellt, wie Menschen im Freien lebende Tiere am besten unterstützen können, um sie geschützt durch die kalte Jahreszeit zu bringen.

«Die Kältewelle hat Deutschland fest im Griff. Tiere, die unzureichend geschützt sind, können unterkühlen, krank werden, sich verletzen oder im schlimmsten Fall sterben», so Jana Hoger. «Ob Tiere auf der Weide oder Hunde, Katzen und Kaninchen – sie alle brauchen jetzt besondere Fürsorge und Schutz.»

PETA gibt Tipps:

Winterliche Versorgung von Hunden, Katzen und Co.:

  • Immer noch werden sehr viele Hunde in Zwingern gehalten. Hunde, die im Freien leben, müssen Zugang zu einer Schutzhütte aus wärmedämmendem Material haben. Die Hütte hat so bemessen zu sein, dass sich die Tiere darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen sowie den Innenraum mit ihrer Körperwärme warm halten können. Zudem sind Tierhaltende angehalten, regelmässig zu überprüfen, ob Trinkwasser und Nahrung frei von Eis sind. PETA rät, Hunde im Haus unterzubringen, da die sozialen Lebewesen auf den Kontakt mit Menschen angewiesen sind.
  • Katzen ohne festes Zuhause erfrieren ohne Unterschlupf: Geöffnete Scheunen, Gartenlauben, Garagen oder Keller können jetzt existenziell sein. Je mehr Menschen diese kleinen Hilfestellungen geben, desto mehr Tiere werden den Winter überleben. Stroh und Decken können gemütliche Liegeplätze bieten, etwas Nahrung sorgt dafür, dass die heimatlosen Vierbeiner nicht verhungern. Achtung: Die Zugänge sollten von den Tieren jederzeit wieder verlassen werden können – Türen müssen entsprechend fixiert oder gesichert sein.
  • Auch Vögel hungern, wenn alles gefroren ist. Ein Vogelhaus mit spezieller Nahrung hilft den Tieren durch die eisige Jahreszeit. Vorsicht gilt vor Plastiknetzen an sogenannten Meisenknödeln. Die Tiere können sich in den Schlaufen verhaken und sterben.
  • Kaninchen müssen sich bei Kälte bewegen. Um sich warm zu halten, brauchen die sensiblen Tiere in Aussenhaltung deshalb einen grossen, abgesicherten Auslauf. Der Stall sollte ausserdem ausreichend vor Witterung geschützt, mit viel Stroh ausgepolstert und gut isoliert sein. Das Wasser muss mehrmals täglich gewechselt werden, da es bei kalten Temperaturen einfrieren kann. Das Gleiche gilt für Frischkost – zu viel gefrorene Nahrung kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Tipps für die Versorgung von Tieren auf der Weide:

  • Ein geeigneter Unterstand muss an drei Seiten geschlossen sein, Wind, Regen und Schneestürme abweisen und einen wärmedämmenden Untergrund haben. So verhindert er das Auskühlen und die Durchfeuchtung der Tiere. Hohe Einstreu dämmt gegen die Bodenkälte.
  • Genauso wichtig ist eine frostsichere Wasserversorgung. Pferde zum Beispiel benötigen im Winter ebenso viel Wasser wie im Sommer – etwa 30 bis 60 Liter pro Tag.
  • Damit ihr Körper Wärme produzieren kann, müssen Tiere genügend essen, deshalb sollte Heu ständig verfügbar sein. Vereiste Grasreste auf der Weide bereiten Probleme und sind oft nicht geeignet, um den im Winter erhöhten Kalorienbedarf zu decken.
  • Bei Frost müssen Pferde, Schafe & Co. unbedingt von Matschkoppeln ferngehalten werden, es besteht Verletzungsgefahr. Dauerhaft feuchter, matschiger Boden kann ausserdem zu Erkrankungen der Klauen und Hufe führen.
  • Im Winter sollte der gesundheitliche Zustand von Tieren regelmässig überprüft werden: Erste Anzeichen für eine Krankheit können eine verminderte Nahrungsaufnahme, Verhaltensänderungen, Nasenausfluss oder Husten sein. Bei diesen Symptomen muss umgehend tierärztliches Fachpersonal hinzugezogen werden.

PETA appelliert an die Öffentlichkeit, Fälle von nicht artgerechter Tierhaltung zu dokumentieren, dem örtlichen Tierschutzverein, der zuständigen Veterinärbehörde oder der Polizei zu melden. Auch über PETAs Whistleblower-Formular ist eine Meldung möglich.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch