Teufen AR, 22. Dezember 2025 – Augen auf beim Kauf von Bettwaren, Jacken, Handschuhen und Co.: Viele Produkte des täglichen Lebens enthalten Daunen. Um diese in Ländern wie Polen, Ungarn und China zu «produzieren», wird vielen Gänsen noch immer bei vollem Bewusstsein die unterste Federschicht aus der Haut gerissen – blutige und schmerzhafte Wunden sind die Folge. Aber auch die «Gewinnung» von Federn ohne Lebendrupf bedeutet unermessliches Tierleid. Nach einem kurzen, entbehrungsreichen Leben, eingesperrt auf ihrem eigenen Kot und Urin, wird den Enten und Gänsen im Schlachthof gewaltsam die Kehle durchtrennt. Dann rupfen ihnen Menschen oder Maschinen alle Federn aus den Körpern; Fehlbetäubungen sind an der Tagesordnung. Julia Zhorzel, Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA, erklärt, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf achten sollten und welche tierfreundlichen und modernen Alternativen besonders empfehlenswert sind.
«Mit ein wenig Übung und den richtigen Tipps ist es kinderleicht, Tierqualprodukte zu erkennen und auf tierfreundliche Alternativen zu setzen», so Julia Zhorzel. «Synthetische und pflanzliche Materialien punkten nicht nur in Sachen Tierschutz, sondern bieten oft auch entscheidende Vorteile hinsichtlich Gesundheit, Pflege, Ökologie und Preis.»
Diese Produkte enthalten häufig Daunen:
- Kissen und Decken: Oberbetten, Steppdecken und Kissen aus Daunen lassen sich im Gegensatz zu tierfreundlichen Füllmaterialien nur schwer reinigen und pflegen. Sie verklumpen im nassen Zustand leicht, was dazu führt, dass sie schlecht trocknen und ihre isolierenden Eigenschaften verlieren. Dies begünstigt das Bakterien- und Pilzwachstum. Tierfreundliche Alternativen sind Füllungen aus Baumwolle, Viskose, Polyester, Lyocell oder der Pflanzenfaser Kapok. Auch Füllungen aus Dinkel und Hirse sind allesamt für Menschen mit Allergien geeignet.
- Matratzenauflagen: Einige auf dem Markt erhältliche Matratzenauflagen sind mit einer dünnen Daunenschicht gefüllt. Es empfiehlt sich auch hier, vor dem Kauf gründlich das Etikett zu lesen. Auf der Suche nach einem gepolsterten Matratzenbezug kann auf Produkte aus Schaumstoff oder Formpolymer zurückgegriffen werden. Diese sind weicher und werden gewöhnlich aus Polyurethan hergestellt. Wer Pflanzenstoffe bevorzugt, kann auf Naturlatex zurückgreifen.
- Sofas: Auch in Sofagarnituren und Sesseln können sich Daunen verstecken – insbesondere in den Kissenkomponenten. Wer es tierfreundlich mag, wählt stattdessen Polstermöbel mit einer Polsterung aus Baumwolle, Naturlatex, Kokosfaser oder Schaumstoff.
- Mäntel, Jacken und Westen: Im Futter oder in der Kapuze von Wintermänteln und -jacken sind häufig Daunen verarbeitet. Hier sollten Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt im Geschäft nachfragen – Bekleidung, die Daunen enthält, muss mit dem Hinweis «Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs» gekennzeichnet sein. Der Markt bietet eine Vielzahl veganer Mäntel und Jacken, deren Futter aus pflanzlichen und synthetischen Materialien wie Baumwolle, Kapok und Polyester besteht.
- Schlafsäcke: Statt beim Outdoorurlaub in Daunen zu übernachten, sollten Reisende kuschelig warme Schlafsäcke mit einer Fütterung aus PrimaLoft oder Thermore Ecodown wählen. Diese Materialien sind auf Basis von Polyester hergestellt, sehr hygienisch, trocknen im Gegensatz zu Daunen sehr schnell und haben hervorragende Isolationseigenschaften.
- Staubwedel: Auch Haushaltsprodukte wie Staubwedel sind oftmals aus Daunen oder Wolle hergestellt. Synthetische Staubwedel oder Staublappen eignen sich ideal und sind überall erhältlich.
- Handschuhe: Fäustlinge oder Ski- und Snowboardhandschuhe werden häufig mit Daunen gefüttert, bestehen aus Leder und Wolle oder sind mit Pelzbesätzen bestückt. Tierfreunde vermeiden diese Produkte und kaufen Alternativen aus Baumwolle, Acryl oder Polyester.
Grundsätzlich gilt: Das aufmerksame Lesen der Produktzusammensetzung hilft, den unwissentlichen Kauf von Artikeln tierischer Herkunft zu verhindern und Produkte aus synthetischen beziehungsweise pflanzlichen Materialien wie Baumwolle, Lyocell oder Polyester zu finden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
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