Burgdorf (BE) / Teufen (AR), 8. Oktober 2025 – Tierleid und Qualzucht: Am kommenden Wochenende findet die «International Cat Show» des Katzen- und Edelkatzenclubs Bern in der Markthalle Burgdorf statt. Derartige Veranstaltungen verleiten Menschen dazu, gezüchtete Tiere zu kaufen, während allein in Schweizer Tierheimen unzählige Vierbeiner auf ein neues Zuhause warten. Während der Ausstellungen müssen die Katzen meist in kleinen Käfigen oder Boxen ausharren, in welchen sie oft massiv gestresst sind, keine Rückzugsmöglichkeiten haben und ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht nachkommen können. Häufig handelt es sich bei den zur Schau gestellten Tieren um sogenannte Qualzuchten. PETA betont, dass Katzen sensible Lebewesen sind, die als Familienmitglieder gesehen werden sollten und nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen.
«Zuchtverbände akzeptieren bewusst, dass viele der auf bestimmte Farben und Formen gezüchteten Tiere ihr gesamtes Leben leiden und oft schwer krank werden», so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. «Die Ausstellungen und der Transport bedeuten für Katzen extremen Stress – kein Tierfreund sollte dies unterstützen.»
Zucht führt häufig zu Gesundheitsproblemen und verschärft die Situation in Tierheimen
Da ihr äusseres Erscheinungsbild im Vordergrund steht, leiden zahlreiche sogenannte Rassekatzen mitunter lebenslang an gesundheitlichen Problemen. So ist beispielsweise die Sphinx-Katze, auch Nacktkatze genannt, durch ihre fehlenden Tasthaare nicht in der Lage, sich ausreichend zu orientieren oder mit Artgenossen zu kommunizieren. Perserkatzen leiden durch ihre flache Nase und ihre extreme Kurzköpfigkeit häufig an schlimmen Atembeschwerden und Problemen mit dem Tränennasenkanal.
PETA weist darauf hin, dass die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärft. In Schweizer Haushalten leben bereits über 1,8 Millionen Katzen. [1] Um die Nachfrage nach bestimmten «Rassen» zu befriedigen, «produzieren» Züchterinnen und Züchter jedoch weiterhin reichlich Nachwuchs – dabei wurden in der Schweiz allein im Jahr 2021 über 13.000 Tiere an Tierheime und Auffangstationen des Dachverbandes Schweizer Tierschutz (STS) abgegeben. Etwa 3.800 von ihnen konnten nicht vermittelt werden. [2] PETA appelliert daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken.
Katzenschutzverordnungen verringern Tierleid
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine schweizweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein. Durch eine Registrierung der Tiere können Mensch und Katze schnell und auf einfachem Wege einander zugeordnet werden – auch in Notfällen. Zudem tragen Kastrationen dazu bei, die Population heimatloser Katzen auf Dauer zu reduzieren.
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
[1] statista. Anzahl der Katzen in der Schweiz in den Jahren 1995 bis 2022. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/283732/umfrage/katzen-in-der-schweiz/ (zuletzt abgerufen am 08.10.2025)
[2] STS-Tierschutzstatistik 2021. https://www.presseportal.ch/de/pm/100019041/100893831 (zuletzt abgerufen am 08.10.2025)
Rassenwahn – falsch bei Menschen, falsch bei Katzen. / © PETA Deutschland e.V.Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
Weitere Informationen:
PETA-Schweiz.ch/Themen/Tierheim
PETA-Schweiz.ch/Themen/Zucht-Handel
PETA.de/Themen/Rassenwahn
